Stefan Fritschi
duelliert sich gegen Kaspar Bopp um das Amt des Stadtpräsidenten.
Karin Sauter-Singh und Karin Schmid (v.l.) sind beides Autorinnen und Mamis, bei
ihren Büchern kommen wissenschaftliche Erkenntnisse zum Einsatz – der Spass kommt
dabei nicht zu kurz. Bild: Claudia Naef Binz
Die zwei Winterthurerinnen, Karin Lena Schmid und Karin Sauter-Singh, veröffentlichen ihr zweites Bilderbuch, bei dem Kinder aktiv werden können.
Erzählen Die Vögel picken nichts ahnend Körner vom Boden auf. «Schau nur da, langsam und leise schleicht der Leopard heran», steht im Bilderbuch «Reise durch den Dschungel» zu lesen. Unter einer Klappe ist ein Leopard versteckt, beim Öffnen springt er heraus – und die Vögel flattern davon.
«Das ist die Lieblingsseite meines Sohnes», erzählt Karin Sauter-Singh
beim persönlichen Gespräch in einem Café. Neben ihr sitzt die Künstlerin Karin Schmid, kennengelernt haben sie sich bei der Arbeit in Winterthur. Schmid war damals im Sozialbereich tätig. Beide sind Mamis.
Das gemeinsame zweite Bilderbuch «Reise durch den Dschungel» der Autorinnen zur Motorik-Förderung ist kürzlich erschienen. «Mit diesem Buch folgen wir der Entwicklung der Kinder, denn die motorische Entwicklung ist entscheidend für die Sprachentwicklung», sagt die Illustratorin Schmid. So stärke beispielsweise das Kriechen beim Nachmachen einer Schlange die Rumpfmuskulatur. Sauter-Singh: «Das Buch ist eine Einladung zum Nachspielen.»
«Unser erstes Bilderbuch entstand 2023 im Rahmen meiner Masterarbeit zur heilpädagogischen Früherzieherin und unterstützt Kinder bei der Sprachentwicklung», sagt Karin Sauter-Singh. Sie arbeitet heute mit autistischen Kindern.
«Drei Tiere reisen mit dem Zug», so hiess ihr Erstling. Bei ihrer Arbeit als Heilpädagogin arbeitete Sauter-Singh oft mit Bilderbüchern. «Ich habe festgestellt, dass mir das eine oder andere dabei fehlt. Auch kam in einem Buch ein Walross vor, ein Tier, mit welchem Kinder kaum in Berührung kommen, ein Wort, das zudem schwierig auszusprechen ist.» Deshalb kommen im Erstling eine Ente, ein Hund und eine Katze vor, die näher am Alltag der Kinder dran sind.
«Wir haben uns bei beiden Büchern auf Studien abgestützt und einen Kernwortschatz von maximal 50 Worten beschränkt», sagen die Autorinnen. Die Adjektive wie: «auf», «fertig», «nochmal», «heiss», aber auch Verben wie «essen» oder «schlafen» seien für Kinder wichtig, um sich auszudrücken. Viel wichtiger als die Namen als exotischer Tiere. «Wir haben die Geschichte sozusagen verkehrt herum aufgezogen, zuerst waren da die Worte des Kernwortschatzes, mit diesen haben wir dann eine Geschichte erfunden.» Sauter führte Interviews mit Logopädinnen, Schmid achtete bei den Illustrationen auf ruhige, stimmige Hintergründe.
Laut Buchtitel handelt es sich um inklusive Bilderbücher zur Förderung der Sprachentwicklung beziehungsweise Motorik. Piktogramme in Gebärdensprache helfen, die Worte zu unterstreichen.
«Diese stammen aus der Porta Gebärden-Sammlung. Mit Porta bestehe eine Zusammenarbeit. «Diese Zeichen sind in der Schweiz entwickelt worden.»
«Wir haben uns lange überlegt, ob es das Wort inklusiv braucht, denn wir wollen niemanden abschrecken», sagt Schmid. «Durch die Piktogramme der Gebärden öffnet das Buch aber einen breiten Zugang, es richtet sich an alle Kinder», sagt sie. Sauter-Singh ergänzt: «Die Gebärden sind für viele Kinder wertvoll, so helfen sie auch fremdsprachigen Kindern oder Late Talkern.» Wenn man eine Rampe baue, profitierten nicht nur Rollstuhlfahrer, sondern auch Familien mit Kinderwagen oder Leute, die nicht gut Treppen steigen können. «Wenn Babys sich nicht ausdrücken können, sind sie sehr frustriert», ergänzt Schmid.
«Gebärdenzeichen können von allen Babys schnell erlernt werden, auch wenn sie noch nicht sprechen können. So können sie ihre Bedürfnisse, wie etwa bei Hunger oder Durst, ausdrücken», so Schmid.
Claudia Naef Binz
karinlenaschmid.ch
«Drei Tiere reisen im Zug»
Ein inklusivesBilderbuch
zur Sprachförderung, 2023.
«Reise durch den Dschungel»
Ein inklusivesBuch zur
Förderung der Motorik, 2025.
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