Stefan Fritschi
duelliert sich gegen Kaspar Bopp um das Amt des Stadtpräsidenten.
Der 18-jährige Leandro Maksutaj ist Sohn des gleichnamigen Thaibox-Weltmeisters und ein grosses Fussballtalent.
Fussball Am 7. Dezember 2025 gab Leandro Maksutaj in der 89. Minute auf der Schützenwiese sein Debut in der Super-League. Der FCW verlor damals gegen den FC Basel unglücklich auch aufgrund eines gross aufspielenden Xherdan Shaqiris. «Natürlich hoffe ich, dass Leandro eines Tages zum Winterthurer Shaqiri wird», sagte letzten Sonntag mit einem Augenzwinkern Azem Maksutaj, der Vater Leandros und seinerseits 14-facher Thaibox-Weltmeister bei einem Kaffee auf der Schützenwiese. Leandro nahm es gelassen, nannte aber nicht Shaqiri als grosses Idol, sondern Ronaldo. Zumindest in die Champions-League will es eines Tages auch Leandro schaffen. «Man muss solche Träume und Ziele haben, um vorwärts zu kommen», sagte der talentierte Mittelfeldspieler. Vorwärtsgekommen ist der seit seinem 4. Lebensjahr beim FCW kickende junge Mann in den letzten Monaten in der Tat. Bis zur Winterpause kickte er in erster Linie für die U21 des FCW. Im vergangenen Januar nahm ihn Patrick Rahmen mit ins Trainingslager der ersten Mannschaft nach Belek mit und da muss Leandro Maksutaj seine Sache so gut gemacht haben, dass er seither offiziell im Kader der ersten Mannschaft figuriert. In Lugano, gegen Lausanne zuhause und am Samstag beim 1:1 gegen den FC Lugano erhielt Maksutaj jeweils ein paar Minuten Spielzeit. Ob er sich denn darüber freue, zuletzt immer eingesetzt zu werden,oder er eher enttäuscht sei, nicht länger gespielt zu haben? Leandro Maksutaj meint in seiner ruhigen, abgeklärten Art, er würde natürlich schon gerne einmal etwas länger spielen. «Nur so kann ich mich beweisen und vielleicht auch bald mein erstes Tor für die erste Mannschaft schiessen», meint er. Gleichzeitig ist er aber auch glücklich,dass Rahmen ihm die Chancen gibt, überhaupt zum Einsatz zu kommen.
Auch wenn Fussball nicht viele Gemeinsamkeiten mit Thaiboxen zu haben scheint, so sieht Azem Maksutaj doch einige Parallelen zu seiner Zeit als junger Kämpfer. «Der Wille und der Ehrgeiz etwas zu erreichen, ist bei beiden Sportarten gleich. Für mich war der Kampfsport, die einzige Möglichkeit, beruflich etwas zu erreichen.» Einen vergleichbar existenziellen Druck hat Sohn Leandro nicht. Auch wenn bei Leandro die Voraussetzungen gegeben sind, von einer grossen Fussballkarriere zumindest träumen zu dürfen, so sichert er sich mit seiner im Sommer endenden KV-Lehre bei der Staatsanwaltschaft Winterthur beruflich dennoch ab. Azem Maksutaj macht keinen Hehl daraus, sehr stolz auf Leandro, aber auch auf den jüngeren, bei den FCW-Junioren kickenden zweiten Sohn Klevis zu sein. Und der einst so selbstsichere und auch deshalb erfolgreiche Kampfsportler und heutige Unternehmer (Azem Wing Thai Gym) gibt zu, jeweils an den Matches seiner Söhne nervöser zu sein, als einst vor grossen K1- Kämpfen: «Ich kann an den Spielen keine Sekunde ruhig sitzen. Spielen die Söhne nicht, hoffe ich auf deren Einsätze, spielen sie, so drücke ich ihnen so sehr die Daumen und freue mich über jede gelungene Aktion.» Leandro Maksutaj lacht:«Ja manchmal macht er mit seiner Erwartungshaltung schon Druck. Aber erstens kann ich damit umgehen und zweitens weiss er, dass er mich unmittelbar vor den Matches und bis zum Morgen danach in Ruhe lassen muss,insbesondere,wenn wir verloren haben.Wenn er aber mal sagt, ich solle auf dem Platz weniger nett sein, hat er durchaus recht. Für mich ist eben Fussball ein Spiel, für ihn ging es in den Kämpfen damals – übertrieben gesagt – um Leben und Tod.»
Um in der Super-League sein oder nicht sein gehts aktuell auch für den FCW. Leandro Maksutaj glaubt fest an den Ligaerhalt: «So wie wir zuletzt insbesondere auf der Schützi performten, mit diesem Teamspirit, den Fans im Rücken und hoffentlich auch dank einigen guten Aktionen meinerseits, schaffen wir das.»
George Stutz
Lade Fotos..