Chläuse
nahmen am Sonntag die Altstadt in Beschlag.
René Isler, Kantonsrat
Liebe Leserinnen und Leser
Herbstzeit ist auch die Zeit, wo bekanntlich die Stadt Winterthur jeweils ihr Budget präsentiert. Und so wie das Wetter im Herbst, sieht auch das Budget aus. Ab und zu etwas heiter mit Sonnenschein, dann aber auch viel Nebel mit teils starker Bewölkung und heftigen Regenschauer. Ins Auge gefallen ist mir bei der Durchsicht des Budget die Leistungsgruppe der Stadtpolizei. Vergleicht man die Zahlen der letzten Jahre mit dem aktuellen Budget und denen der folgenden Planjahren stelle ich mit Erstaunen fest, dass die Zahlen mit minimen Abweichungen stets dieselben sind. Im Gegensatz zu der grossen Konzerne mit Sitz in Winterthur ist das DSU offensichtlich eines der wenigen Departemente, an dem die Teuerung seit Jahren spurlos vorbeigegangen ist. Anders kann man sich diese stagnierenden Zahlen nicht erklären. Während viele Polizeikorps seit anfangs Jahr im Kanton Zürich beinahe im Wochentakt verkünden, aufgrund der herrschenden, aktuellen Sicherheitslage für ihre Korps deutlich mehr finanzielle Mittel zu sprechen, scheint diese sicherheitspolitische Weitsicht in Winterthur noch nicht angekommen zu sein. Weshalb auch immer. Winterthur ist ja, so hören wir es ja seit Jahren, die sicherste Grossstadt der Schweiz. Aber was heisst das? Gemäss aktueller Kriminalstatistik des Kantons Zürich ereigneten sich letztes Jahr alleine in Winterthur 8’940 Straftaten! Davon entfallen nicht weniger als 504 schwere Straftaten gegen Leib und Leben. Weiter erschreckt, dass die Stadtpolizei letztes Jahr 722 Mal wegen teils massiver, häuslicher Gewalt hat ausrücken müssen. Würde man noch alle Demonstrationen und Sportveranstaltungen mit Ausschreitungen aufführen, bekommt für mich der Begriff «sicherste Grossstadt der Schweiz» ein ganz anderes Bild als jenes, welches uns die Stadtregierung seit Jahren verkündet. Ich weiss nicht wie es Ihnen ergeht, geschätzte Leserschaft. Meiner Meinung nach kann man es drehen und wenden wie man will, irgendetwas läuft sicherheits- und finanzpolitisch in Winterthur gründlich falsch.
René Isler, Kantonsrat
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