Stefan Fritschi
duelliert sich gegen Kaspar Bopp um das Amt des Stadtpräsidenten.
Franca Campisi in ihrem «La Romagnola» an der Feldstrasse 57 in Winterthur. Hier hat sie mit ihrer Familie eine kleine Oase geschaffen.
Mit dem Tod von Francesco Campisi musste sich das Familienunternehmen hinter dem italienischen Feinkostgeschäft «La Romagnola» Fragen zur Zukunft stellen. Klar ist: Das Geschäft geht weiter.
Genuss Wer im «La Romagnola» einkauft, macht das nicht etwa, weil er Pasta, Oliven oder Salsiccia braucht, nein – wer hier einkauft, der bekommt mehr als das. Der Besuch an der Feldstrasse 57 in Winterthur ist gleichzeitig eine Reise nach Süditalien. Wer hier zur Ladentür hereinkommt, bekommt einen Kaffee und einen Schwatz. Italianità pur!
Die Pasta und sogar die Salsiccia werden von der 72-jährigen Franca Campisi noch immer selbst hergestellt. Für die frischen Antipasti ist das Geschäft weitherum bekannt. Daneben gibt es Weine, Kaffee und andere italienische Köstlichkeiten, die man bei den grossen Detailhändlern nicht finden wird. «Wir haben hier mehr als nur Kundschaft. Nach über 40 Jahren ist sie wie eine Familie», sagt Sandro Campisi, einer von zwei Söhnen von Francesco und Franca Campisi. Die beiden übernahmen das Geschäft 1983. Die Kunden kommen teils von weit her. Vor vier Jahren kam das Lokal in der Marktgasse dazu, «La Romagnola Centro». «Es war schon lange ein Traum von unserem Vater, an diesem Standort ein Geschäft zu haben», sagt Sandro Campisi.
Im letzten Jahr kam dann der Schicksalsschlag: Vater Francesco Campisi starb im Alter von 71 Jahren. «Die Solidarität war riesig und ist es noch», sagt Sandro Campisi. Von verschiedenen Seiten wird Hilfe angeboten und regelmässig findet die Familie Blumen vor dem Geschäft, um des Verstorbenen zu gedenken. Nach dem ersten Schock drängten sich Zukunftsfragen auf. Wie soll es mit dem Geschäft weitergehen? Der erste Gedanke der beiden berufstätigen Söhne, das Geschäft zu verkaufen, wurde aber schnell wieder verworfen. Nicht, dass sie keine Angebote gehabt hätten, doch Mutter Franca, selbst 72 Jahre alt, will weiter im Geschäft arbeiten. Der Laden und die Arbeit geben ihr Halt und Struktur. «Die ‹La Romagnola› ist meine Passion, ich liebe den Kontakt mit den Leuten», sagt sie. Täglich um 3.25 Uhr klingelt ihr Wecker. Auf diese Zeit hatte ihn ihr Mann Francesco eingestellt und daran will sie auch nichts ändern. Dann beginnt die Arbeit. Die Zulieferer kommen noch vor dem Sonnenaufgang und bringen Lebensmittel. Danach steht Franca in der Küche und kocht.
Neben dem Catering-Service bietet die «La Romagnola» täglich zwei Menüs an, eines vegetarisch, eines mit Fleisch. Früher präsentierte sich das La Romagnola-Team auch an verschiedenen Märkten und Anlässen, etwa am Samstagsmarkt, dem Weihnachtsmarkt, dem Albanifest oder an den Dorfeten. Doch dazu fehlen heute Ressourcen.
Sandro Portmann
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