Stefan Fritschi
duelliert sich gegen Kaspar Bopp um das Amt des Stadtpräsidenten.
Eigentlich könnte diese Kolumne ausnahmsweise auch mit «Denkmalstutz» oder «Innovationsbremse» betitelt werden.
Auch wenn wirklich Schützenswertes durchaus geschützt werden soll – fragwürdig und Neues verhindernd ist die jeweilige Auslegung immer wiedermal.
Egal ob im Gebäudeoder im Kunstbereich. Letzterer gibt aktuell zu reden. Einem ziemlich hohen Prozentanteil der Bevölkerung oder der die Stadt besuchenden Touristen dürfte ziemlich egal sein, ob die Steibibrunnen nun von Donald Judd, Donald Duck oder eines anderen Donalds stammen. Fakt ist: Die Brunnen sind im Sommer sicher schöne Steinhauerkunstwerke mit einem Nutzungswert. Dies auch wenn immer wiedermal skurile Kreaturen in Badehosen auf den Brunnenrändern hocken, die eine bedeutend fragwürdigere Falle abgeben, denn die bisherigen oder künftig angedachten Winterfiguren. Zumindest lenkten Letztere seit einem Vierteljahrhundert jeweils für kurze Zeit von den hässlichen, die Judd-Brunnen abdeckenden Blechverkleidungen ab und brachten zudem weihnächtliches Flair in die Gasse. Oder anders gesagt: Wenn denn die städtische Kunstkommissärin schon auf den Urheberrechtsschutz der Brunnen pocht, dann müssten die Kunstwerke auch im Winter ihre Brunnenfunktion erfüllen müssen. Und wenn diese Brunnen im Sommer trotz juddschem «Denkmalschutz» als Badeteiche toleriert werden, müssten sie an kalten Wintertagen als Kleineisbahnen ebenso nutzbar sein. Mit Piguinen etwa, wie sie früher auf dem Zelgli oder heute im Deutweg als Gehhilfen unsicheren Schlittschuhlaufende ihren Dienst anbieten. Zusammengefasst finde ich es beschämend, dass eine Kunstkommission, die mitverantwortlich ist, dass Winterthurs Kunstschaffende immer weniger Support erhalten, eine innovative, Künstler fördernde Idee einer Gassenvereinigung (zumindest einmal) auf Eis legt.
George Stutz ist Redaktor der Winterthurer Zeitung
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