Stefan Fritschi
duelliert sich gegen Kaspar Bopp um das Amt des Stadtpräsidenten.
Links von dem Haus war die Antenne geplant. Bild: spo
Mehrere Anwohner im Breite-Quartier haben sich erfolgreich gegen eine Mobilfunkanlage gewehrt.
Ortsbild Lange reckte sich am Breiteplatz eine hohe Stange in die Höhe, rund doppelt so hoch wie die umliegenden Häuser und Bäume. Es handelte sich um das Baugespann für eine Mobilfunkantenne der Firma Salt. Das Gespann ist mittlerweile wieder abgebaut. Zehn Anwohner gehen erfolgreich aus dem mehrjährigen Rechtsstreit hervor. Es ist eine moderne Version der Geschichte von David gegen Goliath. «Heute haben wir den Trend, dass oft der stärkere gewinnt. Unsere Geschichte ist ein schöner Gegenimperativ. Wenn sich ein paar Leute zusammentun, haben sie auch Macht», sagt Henri Gutmann im Namen der Anwohner, die sich gewehrt haben. Kritisiert wurde nicht die Strahlung, vielmehr ging es den Anwohnern um den Schutz des Ortsbildes. Denn der Breiteplatz ist im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder von nationaler Bedeutung eingetragen.
Antenne verkleinert
25 Meter hoch wollte Salt hier die Antenne bauen. Bäume und Hochspannungsleitung würden die Antenne genügend kaschieren, fand der Mobilfunkanbieter. Nach dem Intervenieren der Anwohner landete der Fall vor dem kantonalen Baurekursgericht, welches mit allen Beteiligten im August 2023 einen Augenschein vor Ort durchführte. Das Gericht stützte die Sicht der Anwohner, wonach die Antenne ein störender Fremdkörper im schützenswerten Ortsbild darstelle. Daran änderte auch die Anpassung von Salt nichts, welche die Antenne in einem neuen Baugesuch von 25 Meter auf 20 Meter verkleinerte. Aus ästhetischen Gründen lehnte der Bauausschuss der Stadt das Baugesuch schliesslich ab. Die Antenne würde den Charakter des Wohngebiets erheblich stören. Salt sah das anders und focht den Entscheid erneut vor dem Baurekursgericht an. Dieses stützte erneut den Entscheid und wies den Rekurs am 4. Dezember ab. Für Salt ist der Fall damit aber nicht abgeschlossen. Wie der Mobilfunkanbieter auf Anfrage schreibt, prüfe man weiterhin nach Möglichkeiten, die Netzqualität im Breite-Quartier zu erhöhen.
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