Chläuse
nahmen am Sonntag die Altstadt in Beschlag.
Neulich war ich positiv überrascht. Ich plante einen Kinobesuch und wollte Tickets reservieren. Die Telefonnummer war rasch gefunden, und ich rief im Kiwi-Kino Winterthur an – es nahm auch gleich jemand das Telefon ab. Der Mitarbeiter war zudem freundlich und kompetent, meine Plätze waren in wenigen Minuten reserviert. Wo gibt es denn sowas noch? Nicht mehr an vielen Orten. Heutzutage verweisen selbst renommierte Unternehmen lieber auf ihre Website als auf eine Telefonnummer.
Dies mag mit der Kundschaft zu tun haben: Vor allem junge Leute – so meine Beobachtung – fühlen sich wohler, wenn sie mittels Chat kommunizieren können.
Vor den letzten Sommerferien, für die ich einen Flug gebucht hatte, wollte ich die nationale Airline telefonisch erreichen, da ich eine Frage zur Buchung hatte. Da mein Name im Pass mit «ä» geschrieben ist, das Buchungssystem mit Umlaut-Buchstaben aber nichts anfangen kann, befürchtete ich Probleme beim Check-in. Oder noch schlimmer: Der Schweizer Zoll würde mir die Ausreise verweigern, die Polizei mich stundenlang in einer Zelle festhalten oder gar der Staatsanwaltschaft zuführen. Um dies zu verhindern, wollte ich flugs die Airline anrufen. Eine Telefonnummer war jedoch nicht aufzufinden. Immerhin war KI gerade zu sprechen respektive per Chat erreichbar. Und hatte gleich eine himmlische Lösung parat:
«Buchen Sie einen neuen Flug.» Das tat ich nicht, gönnte mir stattdessen einen Campari Soda und übte die Poker-Miene ein, mit der ich dann meinen Flug antrat. cnb
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