Beni Thurnheer
schreibt für die WIZE jede Woche eine Fussball-WM-Kolumne.
Tiziana Carraro feiert das 20-Jahr-Jubiläum ihrer Schule für Kunst- und Kulturgeschichte und sechs Jahre «Bad in der Kunst».
Jubiläumsevent «Wir schaffen hier eine mediterrane Atmosphäre, im Halbdunkeln mit angelehnten Fensterläden», sagt Tiziana Carraro zu Begrüssung. «Um die Fenster in den Garten zu öffnen, ist es schlicht zu heiss.»
Die Kunsthistorikerin hat am Samstag, 11. Juli, zum 20-Jahr-Jubiläum von «Culturart» in die Villa an der St. Georgenstrasse 77 eingeladen. Die meiste Zeit ihres Engagements für die Kunst steckt Carraro in die Kurse in den eigenen Räumlichkeiten und Führungen im Kunst Museum Winterthur, aber: «Beim Einzug in diese Villa war es sofort klar, dass neben der Kunstschule auch Raum für Ausstellungen geschaffen werden soll», sagt Carraro.
So kam sie auf die ungewöhnliche Idee, ein nicht genutztes Badezimmer für Ausstellungen unter dem Namen «Bad in der Kunst» zur Verfügung zu stellen. «Der Raum bietet sich an für Interventionen, bei dem sich Kunstschaffende mit dem Vorhandenen auseinandersetzen.» Es sind laut Carraro jedes Mal komplett unterschiedliche Ausstellungen entstanden.
Den Anfang machte 2020 der Gehdichter Christian Kaiser mit der Ausstellung «Eingemacht», darauf folgte unter anderem 2021 Martin Schwarz, 2024 C&A (Carmela Leggio und Andrea Steiner). Ebenfalls 2024 zeigte Léa Thomen ihre Arbeiten und 2025 war Barbara Stirnimann Gast. Sie alle haben eine kleine Auswahl an Werken mitgebracht.
Traumwelt entsteht dank
Belichtungsfehler
Christian Kaiser ist mit seinen dreiteiligen Baumfotografien präsent, welche er «ThreeTreeTripTriptychons» nennt, präsent. Diese sind laut Kaiser mit einer einer Polaroid SX 70 von 1972 entstanden. «Die Kamera stellt nicht richtig scharf und die Beleuchtung passt auch nicht ganz, so entstehen spannende Bilder, die eine Traumwelt darstellen», sagt Kaiser.
Er bezeichnet sich auch als «Gehdichter», seine Lyrik-Werke entstehen beim Gehen. Ein aktueller Text ist in der Deutschen Literatur-Zeitschrift «Am Erker» (Nr. 89) erschienen. Kaiser lässt es sich nicht nehmen, anlässlich einer Mini-Lesung sein «wicken-pedia-Gedicht» zu rezitieren.
Als Rosetten erscheinen die geformten Stoffobjekte im Eingangsbereich, genannt «Couronne, Fünf, Sechs» von Barbara Stirnimann. Erst beim zweiten Blick ist zu erkennen, dass es sich bei den Objekten ursprünglich um Socken handelte. «Meine Werke benenne ich je nach Kontext manchmal auch anders», sagt Stirnimann. «Der Name soll Orientierungspunkt bieten. Dieses Werk passt genau hierhin.» Weitere Arbeiten Stirnimanns sind aktuell an einer Werkschau bis am 26. Juli in der Galerie 710 an der Barbara Reinhart-Strasse 21 in Winterthur zu sehen.
Claudia Naef Binz
http://culturart-carraro.ch
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