Goldjungs
Cyrill Koller und Ian Hofer holen an der Berufsweltmeisterschaft die Goldmedaille.
Das Theater Obertor zeigt «Dinner um acht», das 1933 ein Broadway-Hit war, als deutschsprachige Aufführung.
Bühne «Dinner um acht, passt das?» fragt Millicent Jordan. Sie ist die Frau des Reeders Oliver und gerade dabei, ein stilechtes Dinner ins Leben zu rufen. Die soeben Eingeladene heisst Carlotta Vance, sie lebt von ihrem Ruf als ehemalige Theaterschauspielerin. Sie ist gerade in der Stadt, um diskret ihr Aktienpaket der Reederei Jordan zu verkaufen, denn die Wirtschaftskrise der 1930er-Jahre fordert ihren Tribut.
Diese Szene spielt sich bei der Hauptprobe am vergangenen Sonntag im Kirchgemeindehaus Veltheim Winterthur ab, es spielt das Theaterensemble Obertor.
«Dinner um acht ist ein altes Broadway-Stück aus dem Jahr 1933, das im Kino ein Grosserfolg war», sagt der Leiter des Theaterensembles Obertor, Marius Leutenegger. «Allerdings kam die Gesellschaftskomödie im deutschsprachigen Raum bisher noch nicht auf die Bühne – zumindest haben wir nichts zu deutschen Aufführungen gefunden», führt er aus. «Das Stück ist eine Trouvaille.»
Das Theaterensemble Obertor ist eine Winterthurer Institution: Seit 22 Jahren bringt es jeden September eine neue Produktion auf die Bühne. Ihm gehören jeweils 30 bis 40 Theaterbegeisterte aus Winterthur und Umgebung an. Alles ist dabei – von der Anfängerin bis zum ausgebildeten Profi, vom Teenager bis zur Pensionierten. Manche sind seit Beginn dabei.
Mareike Senn gibt die Carlotta Vance. «Ich spiele bereits das 11. Mal mit, bin also Wiederholungstäter», lacht sie. Beim Schauspiel könne sie ihre Batterien für den Alltag wieder aufladen, beschreibt sie ihre Motivation.
Die Jüngste im Bunde ist mit elf Jahren Svenja Amrhein, sie kam über die Familie zum Theaterspiel, ihre Rollen: ein Dienstmädchen und ein Dienstbote. «Das Lernen der Texte fällt mir leicht.»
Seine erste Aufführung hat David Blattmann als gealterter Schauspieler Larry Renault. «Es macht Spass, die Rolle zu interpretieren», sagt er. Gleich vier Rollen bewältigt Martin Rohner-Polloni. «Heute bin ich von neun Uhr bis 21 Uhr bei der Probe, da ich in zwei Besetzungen spiele.» Literatur sei sein Hobby. «Wenn man sich fast ein Jahr lang mit einem Stück befasst, dringt man immer intensiver in die Tiefe des Texts ein.»
Claudia Naef Binz
«Dinner um acht» von George
S. Kaufman und Edna Ferber
8. bis 20. September
Kirchgemeindehaus Veltheim
theaterobertor.ch
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