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Sofia Nappi, preisgekrönte Choreografin aus Florenz, erarbeitet in Winterthur ihre neue Kreation «Chora – the void as origin» – eine Welturaufführung.
Tanzproduktion Sofia Nappi, laut Theater Winterthur eine aufregende junge Choreografin der zeitgenössischen Tanzszene, erarbeitet in Winterthur ihre neue Kreation «Chora – the void as origin». Nach ihrem umjubelten ersten Gastspiel in Winterthur sei sie mit ihrer Compagnie Komoco nun mit dieser Uraufführung zu Gast.
Am Montag, eine gute Woche vor der Premiere am 17. Februar, beginnen die Endproben der Kompagnie Komoco im Kirchgemeindehaus Liebestrasse, während gleichzeitig der technische Aufbau im Theater Winterthur erfolgt.
«Das Theater Winterthur ist der wichtigste Koproduzent dieser internationalen Produktion, deshalb findet die Welturaufführung hier statt», sagt die Choreografin aus Florenz, die sich einige Momente davongestohlen hat, um über ihre Arbeit Auskunft zu geben. Sie erscheint in Arbeitskleidung, die aus einer Stretchhose, einem Pulli sowie einem breiten Haarband besteht.
«Chora» bedeutet laut Nappi im Altgriechischen den ursprünglichen Raum des Seins, aber auch schöpferische Leere.
Der Name der Tanzkompagnie, Komoco, klingt japanisch. «Ja», bestätigt Nappi, «ein Teil des Namens ist aus dem japanischen ‹Komorebi› entliehen. Das poetische Wort beschreibt den Effekt, der entsteht, wenn Sonnenstrahlen durch die Blätter scheinen.» Die Silbe «co» stehe für «Collaboration» und betone den zentralen Gedanken des gemeinsamen Arbeitens.
In ihrem neusten Stück erkundet Nappi die Wirkung von Stille und Leere auf das künstlerische Schaffen. «Die tänzerische Umsetzung entsteht aus einer abstrakten Idee», sagt Nappi. «Einerseits geht es um innere Räume, andererseits um den Raum nach aussen.
«Dabei beginnen wir im Nichts, dem ersten Element – ohne jegliche Erwartungen, zu einer Zeit, lange bevor der Mensch zu existieren begann», sagt Nappi. «Stille, das bedeutet innere Stärke. Dadurch, dass wir auf die innere Stimme hören, entwickeln wir ein Gefühl für unseren Körper.» Durch den Atem, das zweite Element, öffne sich ein Raum, der nach aussen dringe. Jeder Körper verfüge über ein Körpergedächtnis. «Indem wir uns öffnen, verbinden sich diese Gedächtnisse. Es entsteht ein kollektives Gedächtnis, wenn wir uns erlauben, auf unsere Körper zu hören.» Diesen gemeinsamen Raum zwischen den Menschen erkundet die Choreografie von Nappi. Schliesslich kommt die Schwerkraft als drittes Element ins Spiel. «Die Schwerkraft wird zu unserem Partner.» Dies zu visualisieren war ein wichtiger Teil der Arbeit am Stück. «Wir haben den Körper auf so manchem Level erkundet.»
Nappis Stil ist beeinflusst von dem israelischen Tanzstil «Gaga», der von Ohad Naharin entwickelt und von vielen berühmten Choreografen aufgegriffen wurde, darunter auch Hofesh Shechter. «Ich habe bei beiden Choreografen studiert, deshalb der Bezug zu dieser Art von Tanz», erklärt Nappi. Ihre Ausbildung absolvierte sie ausserdem an der berühmten Alvin Ailey American Dance Theatre School in New York. «Das war eine Riesensache», erinnert sich Nappi. «Es wurde viel Disziplin verlangt, was mir geholfen hat, Durchhaltevermögen zu entwickeln.»
Gerade jetzt sei dieses gefragt, da wegen Verletzungspech eines Ensemble-Mitglieds die Choreografie umgestellt werden müsse. «Dafür nutzen wir jede freie Minute, so wird leider keine Zeit bleiben, die Stadt zu entdecken», sagt Nappi.
Auf die Frage, was das Publikum in Winterthur erwarten darf, sagt sie: «Am besten ist es, offen und ohne konkrete Erwartungen in unsere Vorstellungen zu kommen», verrät aber immerhin so viel: «Es wird um uns als menschliche Wesen gehen und das Publikum darf sich auf eine eher sinnliche als narrative Erfahrung und auf eindrucksvolle Lichtelemente freuen», um sich kurz darauf zu verabschieden und sogleich durch die Tür in den Proberaum zurückzuhuschen.
Komoco: «Chora – the void as origin»
Uraufführung (oder Weltpremiere)
Dienstag, 17. Februar, 19.30 Uhr
Mittwoch, 18. Februar, 19.30 Uhr
theaterwinterthur.ch/chora
Sofia Nappi ist am 21./22. Februar mit einer weiteren Produktion, «Pupo», zu Gast am Theater Winterthur.
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