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Anita Bättig (aka Ana April) Bild: Merly Knörle
Die Winterthurerin Anita Bättig bewegt sich seit Jahren zwischen zwei künstlerischen Welten: der Musik und der Szenografie.
Neuerscheinung Anita Bättig ist als Szenografin tätig. «Diesen Beruf habe ich an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) studiert.» Er sei mit den Berufen der Innendekorateurin und der Theaterwelt verwandt. «Ich kreiere vor allem Ausstellungsräume von Museen zu historischen Themen, die Dramaturgie spielt eine grosse Rolle», sagt Anita Bättig beim Gespräch in ihrem Büro in Winterthur. Auf dem Besprechungstisch liegen Farbfächer und Materialmuster. «Diese kommen bei der Gestaltung der Ausstellungsräume zum Einsatz», sagt Bättig.
Bei der Szenografie geht es darum, Inhalte in erlebbare Räume und Szenerien zu übersetzen, unter anderem darum, Inhalte mittels Emotionen auszudrücken oder zu transportieren», sagt Bättig. Dafür schichtet sie die Inhalte in eine Art Partitur um und kreiert und teilweise ganze Raumabfolgen.
Das gleiche Vorgehen kommt beim Songschreiben zum Einsatz. «Meinen Songs liegt meistens ein Konzept zugrunde», sagt sie. Der Titelsong, die gefühlvolle Singer-Songwriter-Nummer «Over», lebt von mehreren geschichteten, melancholischen Frauenstimmen. Dafür setzt Bättig ihre eigene Stimme übereinander. Für das Einspielen der Gitarre beauftragte sie Ex-Sina-Gitarrist Dominik Rüegg.
«Musikalisch habe ich mit der Blockflöte begonnen, wie so viele», lacht sie. Darauf seien Geige, Bratsche und später die Gitarre gefolgt.
Als Musikerin hat Bättig den Künstlernamen Ana April gewählt. «Ana ist von Anita abgeleitet, und April habe ich deshalb gewählt, weil der April ein ermutigender Monat ist.» Es wächst, die Natur erwacht. «Es kann aber auch chuute», sagt sie.
«Don’t make a sound, don’t wake me», singt sie im Song «Over» und verkündet weiter, dass sie so lange schlafen werde, bis es vorüber sei. Was ist damit gemeint? «Der Song beschreibt einen Zustand, bei welchem einem alles zu viel wird.» Er beschreibe in überspitzter Form ein Ohnmachtsgefühl. «Manchmal möchte man die ganze Welt wie bei Dornröschen einfrieren und erst wieder befreien, wenn sich die Situation beruhigt hat.»
In der zweiten Strophe klingt das «Du» an. «Für mich ist es wichtig, dass wir uns bewusst sind, dass wir alleine eigentlich nicht viel sind, sondern erst in der Resonanz mit anderen. Menschen sind nun mal soziale Wesen.» Darum sei ihr auch die Arbeit mit Menschen wichtig, zum Beispiel bei ihrer Arbeit im psychosozialen Kontext – Bättig ist in vielen Soziotopen unterwegs.
Als gesangliche Vorbilder nennt Bättig die Musikgrössen Janis Joplin, The Beatles, Kate Bush, Supertramp und Pink Floyd. «Meine Eltern hatten eine riesige Plattensammlung!» Kennengelernt haben sich ihre Eltern in den 1960er-Jahren in den Vereinigten Staaten, in San Francisco, ein Hotspot der Hippie-Bewegung. Laut Bättig verkehrte Carlos Santana in denselben Kreisen und zog um dieselben Häuser wie ihr Vater, während ihre Mutter als au pair für die Familie des späteren Schlagzeugers Jay Lane (Primus, Ratdog) arbeitete. Ihre Familie sei mehrmals nach San Francisco gereist. «Mit der Hippie-Bewegung habe ich gemeinsam, dass ich ein Freigeist bin», sagt sie.
«Ich bin dabei, meine Songs, die bisher reine Studioaufnahmen sind, für die Bühne neu zu arrangieren.» Schon bald wird sie im Duo mit Melissa Kurtcuoglu live zu hören sein.
Claudia Naef Binz
«Over» wurde am 28. November
auf allen Streamingplattformen
veröffentlicht. Weiter Tracks
und Live-Shows sind in Planung.
ana-april.com
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