Goldjungs
Cyrill Koller und Ian Hofer holen an der Berufsweltmeisterschaft die Goldmedaille.
Vertreterinnen der städtischen Ludotheken besuchten die Parlamentsdebatte.
Das neue Ludotheken-Konzept führt bei den Betroffenen zu gemischten Gefühlen.
Politik Das Angebot der Ludotheken ist gerettet. Das Parlament stimmte am Montagabend dem Postulat zum Erhalt des Ludotheken-Spielverleihs einstimmig zu. Trotzdem bleibt ein wenig Wehmut. Denn der Entscheid bedeutet auch das Ende der über 40-jährigen Geschichte der drei städtischen Ludotheken. Sie werden ihre Türen schliessen. Ihr Angebot wird per Januar 2028 in den Winterthurer Bibliotheken weitergeführt. Es ist ein Kompromiss, den die Ludothekarinnen erkämpft haben, nachdem der Stadtrat die Unterstützungsgelder streichen wollte.
Diese Kürzung hätte das Aus für zwei von drei Ludotheken bedeutet. Die Ludothekarinnen setzten mit Postulat und Petition ein politisches Zeichen. Die Parlamentarierinnen und Parlamentarier zeigten in der Ratsdebatte gemischte Gefühle. «Die gefundene Lösung überzeugt, doch etwas Wehmut bleibt», sagte etwa Maria Lischer von den Grünen. Ähnlich sieht das Iris Kuster von der Mitte: «Wir hätten gern gesehen, wenn die Ludotheken weiterbestanden hätten, zumindest eine. Dennoch sagen wir ja zur neuen Lösung» und Katharina Frei Glowatz (Grüne) sprach von einem lachenden und einem weinenden Auge. Für sie wirft die Umsetzung Fragen auf. «Laut Weisung soll die Integration des Spielverleihs in die Bibliothek praktisch ohne Personalaufbau stattfinden. Aber von wem, wann und wie sollen denn die rund 2000 Jahresstunden an Kontroll-, Reparatur- und Wartungsarbeiten geleistet werden?» Sie forderte, das Know-how der Ludothekarinnen solle im neuen Konzept eingebunden werden.
Gespannt wurde die Ratsdebatte von den Zuschauerplätzen aus beobachtet. Mehrere Ludothekarinnen und Sympathisanten waren anwesend. «Es herrscht eine durchzogene Stimmung», sagen sie im Nachgang der Diskussion. «Wo bleiben die Ludothekarinnen im Konzept?», fragen sie sich. Die Beratung werde künftig fehlen. Auch das Haptische am Spielverleih komme zu kurz, wenn etwa der Bobbycar nur noch online ausgeliehen werden kann. Die Ludothekarinnen hegen gemischte Gefühle. «Wir sind froh, dass die Spielmöglichkeiten erhalten bleiben, denn dafür haben wir gekämpft.» Von der Stadt vermissen sie die Wertschätzung für die geleistete Arbeit. Dafür entschuldigte sich Stadtpräsident Stefan Fritschi. Er schätze das Engagement sehr. «Ich hoffe, mit der Integration in die Bibliotheken einen Teil der Aufgaben zu übernehmen, ich muss aber offen sagen, dass ich nicht garantieren kann, dass es im Hinblick auf Spielberatung und Fachwissen gleich weitergeht. Das Fachwissen ist aktuell noch nicht vorhanden», so der Stadtpräsident.
Sandro Portmann
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