Beni Thurnheer
schreibt für die WIZE jede Woche eine Fussball-WM-Kolumne.
Doppelte Verabschiedung: FCW-Patrick Rahmen und sein Team treten zumindest für ein gutes Jahr ein letztes Mal als Super-Ligist auf der Schützenwiese an. Zugleich wird der abtretende Trainer von Gegner Luzern, Mario Frick, die Innerschweizer ein allerletztes Mal coachen.
Die Würfel sind am Dienstag gefallen: Nach der 2:3-Niederlage auf dem Letzi gegen die Grasshoppers muss der FCW nach vier Jahren in die Challenge League zurückkehren. Die Partie am Samstag, 16.5. (18 Uhr) gegen den FC Luzern wird zur sportlich gesehen bedeutungslosen Beigabe.
Fussball Vier Jahre nach dem grandiosen Aufstieg wird die 152. Super-League-Partie des FCW am kommenden Samstag gegen Luzern zum Abschiedsspiel. Ersetzt wird der FCW in der kommenden Saison durch einen der beiden Mannschaften, die im Mai 2022 bei der FCW-Rückkehr geradezu auf dramatische Art und Weise im Fokus standen. Damals siegte der FCW in der letzten Challenge-League-Runde gegen SC Kriens 5:0. Das alleine hätte zum Aufstieg nicht gereicht, da der FC Aarau als Leader gegen den FC Vaduz anzutreten hatte und mit einem Sieg seinerseits direkt aufgestiegen wäre. Dank zwei Cicek-Toren gewann Vaduz 2:1. Die Aarauer verloren nicht nur das Rennen um den direkten Aufstieg, sondern verpassten auch gleich noch die Barrage, da der FC Schaffhausen dank eines Sieges noch an ihnen vorbei auf Platz 2 vorpreschte.
Ähnlich sieht die Situation in der laufenden Challenge League auch diese Saison eine Runde vor Ende aus. Der FC Aarau liegt dank einem 2:1-Sieg im Direktduell vom letzten Montag gegen Vaduz einen Punkt vor den Liechtensteiners. Fangen die Vaduzer am kommenden Freitag den Leader noch ab, so schaffen es die Aargauer diesmal aber sicher in die Barrage, wo sie auf GC treffen würden.
Und dies auch nur, da eben diese Grasshoppers am Dienstag einen 2:0-Vorsprung des FCW noch in einen 3:2-Heimsieg verwandeln konnten und dem FCW so jede Chance nahmen, sich mit einem Sieg gegen Luzern und einer gleichzeitigen Niederlage von GC in Lausanne noch auf den Barrageplatz zu setzen. Die Winterthur steigen allerdings nicht aufgrund der schmerzlichen Niederlage auf dem Letzigrund ab. Schon viel früher und spätestens mit der enttäuschenden 0:2-Heimniederlage gegen die Grasshoppers am 11. April zeigte sich, dass den Winterthurern die Qualität immer wieder fehlte, knappe Vorsprünge über die Zeit zu bringen, sich nach Rückständen noch erfolgreich aufzubäumen. Insbesondere die Defensive leistete sich in jeder Partie den einen oder anderen Schnitzer zuviel. 97 Gegentore (Stand nach 37 Runden) und kein Spiel ohne zuindest einem Gegentor - trotz des vielleicht besten Torhüters der Liga zwischen den Pfosten - spricht Bände.
Gemessen an den Leistungen in Relation zum deutlich tiefsten Budget der Liga, war der FCW in den letzten vier Jahren aber durchaus eine Bereicherung der Liga. Herausstechend sicher die Qualifikation für die Championschip-Group in der Saison 2023/24, als der FCW 6. von 12. Super-League-Vereinen wurde. Aber auch punkto dem stets ausverkauften Stadion, der entsprechenden Stimmung und den auch am Dienstag in Zürich trotz grosser Enttäuschung mit Stil und Loyalität beeindruckenden Fans, hat der FCW seit dem Aufstieg weit über die Stadtgrenzen hinaus begeistert und so am Samstag einen gebührenden und emotionalen Abschied mehr als verdient.
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