Goldjungs
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Tsering Purtag verbindet die Welten des Tibets und der Schweiz. Bild: pd
Von Elton John bis Elvis: Der Gitarrist Tsering Purtag interpretiert Pop und Rock-Melodien auf der Gitarre.
Doppelkonzert Mit seinem Projekt «The Singin' Guitar» gastiert der tibetische und in Winterthur wohnhafte Gitarrist Tsering Purtag exklusiv in der Alte Kaserne. «Ich freue mich darauf, in meiner Heimatstadt zu spielen», sagt Purtag im persönlichen Gespräch. «Diesmal plane ich ein Doppelkonzert, nämlich am 13. und 14. November», sagt der Musiker.
«Das Publikum darf sich auf schöne Balladen freuen», sagt Purtag.
Das Spezielle am Projekt «The Singin' Guitar» ist, dass die akustische Gitarre sozusagen den Gesang übernimmt.» Die bekannten Melodien von Elton John, Elvis, Lionel Richie und anderen Künstlern interpretiert er mit der Gitarre neu, wobei Essenz der Komposition vollumfänglich erhalten bleibt. «Diese Songs bilden den Soundtrack zum Leben
jedes einzelnen, und ich bringe neue Facetten hinein.»
Von den Songs hat Purtag eine Gitarren-Begleitung aufgenommen, dazu wird er live die Melodiestimme mit der Gitarre spielen. «Ich bin allein auf der Bühne, ohne Begleitinstrumente», sagt er. Dies sei für ihn als Musiker ein intensives Erlebnis, sogar intensiver als Rockkonzerte, denn: «Jeder Ton muss sitzen und es gibt keine Band als Fangnetz.»
Purtag ist auf verschiedenen Bühnen unterwegs, wie mit der Classic-Rockband «Rockfuel» und ist auch schon mit «Das Zelt» getourt. «Ich habe verschiedene Vehikel am Laufen», sagt Purtag.
Zur E-Gitarre kam er im Alter von neun Jahren. Als Jugendlicher gründete er mit seinen Brüdern das Rocktrio «Purtag», mit welchem er europaweit Konzerte spielte. Heute unterrichtet er Gitarre an der Musikschule Prova in Winterthur. Aufgewachsen ist er im Tösstal. Seine Eltern kamen in den 1960er-Jahren als Tibet-Flüchtlinge in die Schweiz.
«Das Tibet habe ich dann als Erwachsener mehrfach besucht. Dieses zu bereisen ist mit grossem Aufwand verbunden, es braucht ein Visum, auf das man manchmal ewig warten muss», sagt Purtag. Es sei frustrierend zu sehen, in welche Richtung sich das Land entwickle. Vor allem wenn man aus einem demokratischen Land wie der Schweiz komme.
«Meine Eltern legten Wert darauf, dass ich die Tibetische Kultur und Sprache lerne.» Noch heute besuche er wöchentlich den Tibetisch-Unterricht bei einem sehr guten Lehrer. Ausserdem spricht Purtag nach eigenen Angaben acht Sprachen fliessend. «Als ‹Segundo› versuche ich, die Spiritualität meines Heimatlandes mit der Effizienz der Schweiz zu verbinden», sagt er.
«Herausforderungen im Alltag verstehe ich als Test, um geerdet zu bleiben», sagt der Musiker. «Gleichzeitig bin ich sehr organisiert und wohl der pünktlichste Mensch, den ich kenne – dies ist meine Schweizer-Seite. Ich bin in beiden Welten zu Hause.»
Zu Ehren des 14. Dalai Lama komponierte Purtag das Album «Ocean of Wisdom» mit aktualisierten, religiösen Texten.
«Als Kind durfte ich den Dalai
Lama in Rikon in einer Audienz treffen», sagt Purtag. «Wann immer er sprach, ging ich hin. Meine CD durfte ich ihm sogar persönlich überreichen – eine grosse Ehre.»
Tsering Purtag, «The Singin' Guitar»
13./14. November, 20 Uhr
thesinginguitar.com, altekaserne.ch
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