Jacqueline Meier
taucht mit ihrem Buch in die Welt der Vampire ein.
Eva Ashinze hat reale Rechtsfälle in Kurzgeschichten verpackt. Bild: abu
Die bekannte Krimi-Autorin und Staatsanwältin Eva Ashinze hat in ihrem neuen Buch «Und er nennt es Liebe» einige ihrer juristischen Fälle verarbeitet.
Neuerscheinung Es ist keine leichte Kost, die Eva Ashinze mit ihrem Buch vorlegt. Darin geht es um reale Rechtsfälle, welche die Autorin anonymisiert und verfremdet, mit fiktionalen Elementen in Form von Kurzgeschichten niedergeschrieben hat.
Diese geben Einblick in die düsteren Seiten des Lebens. Wie in der Geschichte «das Unaussprechliche», in der Melanie im Ausgang von einem niedlichen Typen einen Drink akzeptiert. Daraufhin wird ihr schlecht und der Typ führt sie nach draussen. Sie verliert das Bewusstsein und findet sich auf dem Boden liegend wieder. Die Polizei erscheint und der Abend endet in der gynäkologischen Abteilung eines Spitals. Dadurch, dass eine Aufnahme einer Überwachungskamera existiert, «ein absoluter Glücksfall», wird der Täter zu einer «lächerlich geringen Strafe» verurteilt.
Die Autorin und Staatsanwältin Eva Ashinze, welche mehrere Jahre als Anwältin im Bereich Familien- Straf- und Migrationsrecht gearbeitet hat, sagt dazu: «Wenn der Täter sich vorher nichts zuschulden hat kommen lassen, sind sogar bedingte Strafen möglich, sodass der Täter nicht einmal ins Gefängnis gehen muss.»
Die beschriebenen Fälle seien als Anwältin belastend. Mittlerweile hat Ashinze zur Staatsanwaltschaft gewechselt, um etwas mehr Distanz zu gewinnen.
In der Titelgeschichte trennt sich Isabel nach mehreren Anläufen von ihrem Mann und wird von ihm erschossen. Der Mann tötet sich darauf selbst. «Dieser Fall hat mich lange Zeit verfolgt», sagt Ashinze. «Das Schreiben hat mir dabei geholfen, diesen zu verarbeiten.»
Den Fokus legt die Autorin darauf, zu zeigen, was in Familien vorfällt. «Gerade bei häuslicher Gewalt gibt es eine grosse Dunkelziffer.» Die Perspektive der Anwältin lässt Ashinze aussen vor. «Es geht mir um die menschlichen Beweggründe.»
Der Autorin gelingt der Spagat, düsteren Inhalt mit literarischer Leichtigkeit zu aufs Papier zu bringen.
An der Lesung wird Ashinze viel Hintergrundinformation vermitteln und sich auch Zeit für Fragen nehmen. «Ich weiss noch nicht, welche Ausschnitte ich vorlesen werde, welche Fälle ich dem Publikum zumuten kann», sagt sie. «Es ist aber auf jeden Fall wichtig, hinzuschauen», ist sie überzeugt.
Claudia Naef Binz
Buchvernissage mit Eva Ashinze
Kurzgeschichten über die Schattenseiten des Lebens
«Und er nennt es Liebe»
Orte Verlag
Montag, 1. Dezember, 18.30 Uhr
kulturbistro.ch
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