Goldjungs
Cyrill Koller und Ian Hofer holen an der Berufsweltmeisterschaft die Goldmedaille.
Die wissenschaftliche Illustratorin Nadine Bösch mag Bücher, Tiere und Farbe an den Händen. Resultat: Das tierische Alphabet.
Kinderbuch «Ich habe einen Job, bei dem ich dreckig werde», sagt Nadine Bösch am Telefon. Das Geheimnis, wie es bei einer wissenschaftlichen Illustratorin dazu kommt, lüftet sie im Interview in ihrer Altbauwohnung in Winterthur. «Ich arbeite als Ausgräberin und wissenschaftliche Zeichnerin bei Ausgrabungen mit. «Dabei wird man ganz schön staubig.»
Diesen November hat Bösch ihr erstes Buch «Das tierische Alphabet» in einer Erstauflage von 400 Exemplaren drucken lassen. Bösch ist Autorin und zugleich Verlegerin, hat jedoch keinen Verlag gegründet. Das Buchprojekt nahm seinen Anfang bereits vor fünf Jahren: zuerst als Vollzeitprojekt, dann neben der Arbeit als Wochenendprojekt.
Seit 2005 lebt Bösch in Winterthur. Auf dem Tisch im Wohnzimmer liegt ein Klemmbrett mit kurzem Lebenslauf, von Hand geschrieben. Darauf steht zu lesen, dass Bösch, 1980 in Aadorf geboren, eine Ausbildung zur Steinbildhauerin absolviert hat. «Ich suchte eine Lehre im Bereich Kunst, das war gar nicht so einfach.» Sie habe bereits als Kind viel gezeichnet, wollte aber vorerst nicht den akademischen Weg beschreiten.
«Das Schnuppern als Steinbildhauerin hat mir gut gefallen.» Es habe sie von Anfang an fasziniert, neben dem zweidimensionalen Zeichnen das dreidimensionale Gestalten zu entdecken. «Bei der Steinbildhauerei braucht es weniger Kraft als erwartet, dank guter Technik.» Ihr beruflicher Weg führte jedoch erneut zum Zeichnen.
«Ich wollte das Zeichnen von Grund auf erlernen.» Deshalb habe sie die Ausbildung zur Illustratorin in Angriff genommen. Ihr Lebenslauf verrät, dass Bösch gelernte wissenschaftliche Illustratorin mit Bachelor-Abschluss in Scientific Visualization ist. Während bei der freien Illustration vor allem das Storytelling, also der Aufbau einer Geschichte, im Fokus steht, geht es bei der wissenschaftlichen Illustration um Wissensvermittlung. «Wie sieht etwas genau aus, wie funktioniert etwas, das steht im Vordergrund.»
Im Flur der Wohnung stapeln sich mehrere Kartons, darin befinden sich die druckfrischen Kinderbücher. «Eigentlich war ein Nonsens-Buch zum Alphabet geplant. Ich bin ein Fan von Tieren, diese schmuggelten sich wie von selbst in die Zeichnungen.»
Da die ersten Illustrationen sehr viele Tiere enthielten, kam das Vermittlungskonzept der Fauna hinzu und wurde vertieft hineingearbeitet, «der Funke hat gezündet».
«Ich mag Kinderbücher generell», sagt Bösch. Sie habe eine kleine Sammlung. Als sie einige Bücher hervorholt, zeigt sich, dass englische Kinderbücher gut vertreten sind. Beim Illustrieren dienten sie als Vorbild. «Die Kinderbücher aus dem englischsprachigen Raum punkten mit einem eigenwilligen Zeichenstil und mit Humor.»
Ein eigenes Kinderbuch wollte Bösch auch aus dem Grund gestalten, weil «man sich zeichnerisch austoben und gleichzeitig Wissen vermitteln kann». Es ist ein Buch, das Kinder und Erwachsene lesen können, bei jedem Durchblättern entdeckt man neue Details. «Ich habe ein Buch geschrieben, wie ich es als Kind gerne gelesen hätte.»
Claudia Naef Binz
Nadine Bösch
Das tierische Alphabet
Von Anglerfisch bis Ziesel
(mit Ausserirdischen drin …)
ISBN 978-3-033-10142-5
Preis: 25.00 Franken
Erhältlich im Comicladen Zappa
Doing und im Buchladen Buch
am Platz in Winterthur
www.nautillus.ch
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