Goldjungs
Cyrill Koller und Ian Hofer holen an der Berufsweltmeisterschaft die Goldmedaille.
Das neue Casino im Jahr 1867 Bild: bildarchiv.winterthur.ch
Eine Zeit lang schien das Schicksal des Casinos besiegelt. Seine Bühne war nutzlos geworden. Dabei stand seine beste Zeit noch bevor.
Theater Das Casino Winterthur wurde 1862 eröffnet. Es hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Deren Tiefpunkt war 1934. Ein Brand beschädigte das Haus schwer. Den Höhepunkt hingegen erlebt das Casinotheater in diesen Tagen: Es kann auf zwanzig Jahre zurückblicken, in denen es im Mittelpunkt der Schweizer Komik- und Kabarett-Szene steht. Zudem dient es jeweils im November als Festspielhaus für die Internationalen Kurzfilmtage. Das Casinotheater ist eines jener Kulturhäuser, dank derer Winterthur den Namen Kulturstadt mit Recht trägt.
Das Wort Casino kommt aus dem Italienischen und heisst so viel wie grosses Durcheinander. So öffnete im Neubau an der Stadthausstrasse zunächst die Gastwirtschaft, 1863, ein Jahr später, die Bühne, bespielt von Theater und Ballet sowie Musik, aufgeführt vom Musikkollegium. Das Haus war von einer privaten Gesellschaft errichtet worden und bot der bürgerlichen Gesellschaft Freude und Belustigung, eben ein richtiges Casino. Damals gab es noch keine Kinos, Disco-Clubs oder Sporthallen. Daher bietet selbst Goethes Tragödie «Faust» Knalleffekte, die der Unterhaltung dienen.
In dieser Form hielt sich das Casino zwölf Jahre lang. Dann löste sich die private Gesellschaft auf und verkaufte das Haus an die Stadt, unter der Bedingung, dass diese das Theater weiterführte. Im 20. Jahrhundert gab es im Casinotheater vor allem Stücke zu sehen, die das Zürcher Schauspielhaus produziert hatte. Nach der Brandkatastrophe von 1934 erweiterte die Stadt den Theatersaal und setzte dem Gebäude ein zusätzliches Stockwerk auf.
Nach dem zweien Weltkrieg bauten viele Städte in der Schweiz neue Stadttheater, auch als Zeichen ihres aufkommenden Wohlstands. Das Casinotheater in Winterthur nahm sich bald einmal schäbig aus neben den glänzenden neuen und den schick renovierten Bühnenbauten in Bern, Zürich und St. Gallen. In den 1970ern entstand das markante Gebäude am Stadtgarten. Nach der Eröffnung des neuen Theaters Winterthur 1979 wurde das Casinotheater überflüssig. Eine Zeit lang probte das Theater Kanton Zürich noch im Saal an der Stadthausstrasse. Dann fiel das Casino in den Dornröschenschlaf.
Inzwischen war der Winterthurer Viktor Giacobbo zum Schweizer Komikerstar aufgestiegen und wurde in der Geschichte des Casinotheaters zum Prinzen, der die schöne Schlafende wachküsst. Er und eine Gruppe von Persönlichkeiten in seinem Umfeld kauften der Stadt das Gebäude ab. 2002 ging der Bühnenvorhang wieder auf.
Christian Felix
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