Goldjungs
Cyrill Koller und Ian Hofer holen an der Berufsweltmeisterschaft die Goldmedaille.
Der Winterthurer BMX-Profi David Graf wird in wenigen Wochen 32 Jahre alt und hat seinen Rücktritt schon bekanntgegeben. Bei den Olympischen Spielen in Tokio hat er den Finaleinzug verpasst. Am 21. August startet die WM in Holland. Danach wird er Nationaltrainer.
Winterthur Wie war Ihre Reise nach Tokyo?
Winterthur David Graf: Olympia ist immer etwas Spezielles. Tokyo wirkt sehr faszinierend. Auch wenn ich nicht viel davon gesehen habe. Da würde ich gern mal in die Ferien. Die Reiserei ist halt Teil des Jobs. Ich reise etwa 30 Mal im Jahr. Es ist nicht, wie wenn man als Tourist in die Ferien geht.
Winterthur Das klingt nicht so schön.
Winterthur Ich mach das, was ich liebe. Es ist schon Hobby und Leidenschaft. Aber man kann nicht alles haben. Alles was du unternimmst, kostet Energie. Am Abend eins trinken oder Berge anschauen nebenbei, das geht nicht. Das kann man als Tourist, nicht aber als Sportler.
Winterthur Wie zufrieden sind Sie denn mit Tokyo aus sportlicher Sicht?
Winterthur Es ist extrem unbefriedigend. Schon wieder haben wir es nicht geschafft, dass ein Schweizer im Olympia-Final ist. Von 30 Weltcups habe ich vielleicht fünfmal den Finaleinzug nicht gepackt. Hier hätte ich das über drei Läufe schon packen müssen. Das fühlt sich schon an wie eine Niederlage.
Winterthur Die Strecke war oft Thema, wieso?
Winterthur Die Strecke da war so schlecht gebaut. Man musste extrem viel riskieren. Von den 24 besten konnten nur zwei Fahrer richtig mit der Strecke umgehen. Das Ziel sollte sein, dass wir ein Rennen gegeneinander fahren. Ich bin im Training gestürzt, das hat Selbstvertrauen gekostet. Das ist halt schade, so nach fünf Jahren Vorbereitung.
Winterthur Am 16. August reisen Sie nach Holland an die WM. Auf was freuen Sie sich?
Winterthur Die Strecke da in Papendal ist eine meiner Lieblingsstrecken. Eigentlich ist die wie in Tokyo, nur besser. Ich freue mich auch, dass wir wieder eine WM mit Zuschauer haben. Meine Familie wird auch da sein und mich anfeuern.
Winterthur Es wird das letzte Rennen Ihrer Profi-Karriere sein. Erhoffen Sie sich Gold zum Abschluss?
Winterthur Erträumen sicher. In Papendal bin ich schon einige Male um den Sieg gefahren. Wenn bei mir der Tag gut aufgeht, dann bin ich in der Lage mit allen mitzuhalten. Ich freue mich, nochmals mit den Besten der Welt an den Start zu gehen. Es wird ein schönes Rennen. Das Ziel ist klar eine Medaille zu holen. Aber es braucht viel dass es klappt, und wenig dass es nicht klappt.
Winterthur Zehn Jahre BMX-Profi. Das ist eine lange Geschichte.
Winterthur Es ist vor allem eine emotionale Geschichte. Ich fahre seit fast 27 Jahren BMX. Mit sieben war ich an meiner ersten WM. Jetzt bin ich jeweils der älteste, der an den Start geht. Rein physisch könnte ich auch noch etwas mithalten. Es braucht aber Motivation. In den letzten 10 Jahren war ich zweimal in den Ferien. Du arbeitest selbstständig und alles, was nicht mit dem BMX zu tun hat, fühlt sich irgendwie schlecht an. Als würde man nicht alles geben.
Winterthur Sind Sie zufrieden mit Ihrer Karriere?
Winterthur Ich bin extrem zufrieden mit meiner Karriere. Ich habe einen grossen Abdruck hinterlassen in meinem Sport. Ich hoffe ich habe einige Kids inspiriert, den gleichen Weg zu gehen.
Von Gaël Riesen
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