Goldjungs
Cyrill Koller und Ian Hofer holen an der Berufsweltmeisterschaft die Goldmedaille.
Der Winterthurer Lucas Müller ist seit Anfang März dieses Jahres der neue Gemeindeschreiber von Eglisau. Foto: Désirée Reinke
Die Gemeinde Eglisau hat seit März einen neuen Gemeindeschreiber: den Winterthurer Lucas Müller, der in Seuzach aufgewachsen ist. Als Assistent seines Vorgängers Martin Hermann hat er die Vorzüge seines jetzigen Arbeitsorts kennen und schätzen gelernt.
Winterthur/Eglisau Seit dem 1. März hat die Gemeinde Eglisau einen neuen Gemeindeschreiber. Die Nachfolge von Martin Hermann, der nach jahrelanger Tätigkeit im Frühjahr dieses Jahres sein Amt abgegeben hatte, übernahm Lucas Müller, der in Seuzach aufgewachsen ist und aktuell in Winterthur an der Schlosshofstrasse lebt . Doch er ist in Eglisau kein Unbekannter: Bis zu seiner Beförderung war Müller ab Januar 2018 als Assistent des Gemeindeschreibers für die Verwaltung tätig. «Ich habe Eglisau in den vergangenen Jahren schon ziemlich gut kennengelernt», sagt der Winterthurer. «Mein Ziel ist es nun, dass fortlaufend Lösungen zum Guten der Gemeinde gefunden werden, die zur Lebensqualität hier spürbar beitragen.»
Dass sein beruflicher Weg ihn einmal nach Eglisau führen würde, ahnte Lucas Müller zu Beginn seines Studiums noch nicht. «Ich habe einen recht untypischen Werdegang», verrät der 32-Jährige. «Ursprünglich habe ich Politik und Geschichte studiert.» Das Interesse an den politischen Strukturen von Städten und Gemeinden sei bei ihm zu dem Zeitpunkt zwar bereits da gewesen, aber ohne weitere berufliche Ambitionen. Erst ein Praktikum beim Schweizerischen Städteverband in Bern habe das geändert. «Dort habe ich viel mitbekommen von meinem politischen Umfeld und war das erste Mal in der Öffentlichkeitsarbeit tätig.» Angespornt durch die Erfahrungen in Bern habe er nach dem Studium nach einer Stelle in der Gemeindearbeit gesucht – und letztlich «per Zufall» in Eglisau gefunden.
«Eglisau ist wirklich eine sehr spezielle Gemeinde», sagt Lucas Müller. «Dadurch, dass es zwischen dem Städtischen und dem Ländlichen liegt, ist es vielseitig. Es läuft viel im Städtli. Und was mir auffällt ist, dass es hier sehr viele engagierte Leute gibt.» Das habe Vor- und Nachteile für den Gemeindeschreiber, da es die Arbeit zum einen interessanter, zum anderen aber auch anspruchsvoller mache. Schliesslich gehöre es nicht nur zur Aufgabe eines Gemeindeschreibers, die Bevölkerung über die Beschlüsse und Pläne der Gemeinde zu informieren, sondern vielmehr dafür zu sorgen, dass die Gemeindeorganisation rundum funktioniere. «Ich bereite zum Beispiel die Gemeinderatssitzungen vor und versuche, den Mitgliedern zusätzliche Perspektiven zu einem Thema aufzuzeigen.» Zudem werde er in Zukunft diverse Projekte der Behörden begleiten, ohne jedoch inhaltlich verantwortlich zu sein. Für all das sei umfassende Vorarbeit notwendig, insbesondere dann, wenn es sich um für ihn noch unbekannte Themen handle. «Ich interessiere mich für vieles, was die Gemeinde angeht, aber ich kann mich natürlich nicht für alles interessieren», gibt er offen zu.
Sich auch mit eben solchen Dingen zu beschäftigen, mache seinen Alltag in der Eglisauer Gemeindeverwaltung sehr abwechslungsreich. «Zum Glück gibt es auch nichts, was ich komplett langweilig finde», sagt Müller und lacht. Kein Tag an der Obergass gleiche dem nächsten. «Von einem Tag auf den anderen kann sich alles ändern.» Diese Herausforderung aber gefalle ihm besonders.
Selbst nach Eglisau zu ziehen, sei aber im Moment keine Option für ihn. «Ich finde, eine gewisse Distanz ist ganz gut», so Müller. «So hat man nochmal einen anderen Blick auf die verschiedenen Themen, und das kann ein Vorteil sein.» Ausserdem sei er in Winterthur vor allem sportlich fest verwurzelt. «Ich bin hier im Fussballverein als Co-Trainer aktiv», so der Eglisauer Gemeindeschreiber. Nachdem er jahrelang selber für die dritte Mannschaft des SC Veltheim gespielt hat, ist er nun nach einigen Verletzungen hauptsächlich als Coach aktiv. Das sei ein guter Ausgleich zur Kopfarbeit in der Eglisauer Gemeindeverwaltung. Nur eines vermisse er dann doch in seiner Freizeit: «Der Rhein ist etwas Cooles hier, was in Winti definitiv fehlt.»
Désirée Reinke
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