Goldjungs
Cyrill Koller und Ian Hofer holen an der Berufsweltmeisterschaft die Goldmedaille.
Präsident Marcel Bodenmann mit seinen Kollegen am Jubiläumsfest (unten, 3.v.l.). Bild: pd
Der Rollstuhlclub Winterthur/Schaffhausen wurde am 22. Februar1991 im Hotel Zentrum in Winterthur -Töss gegründet. Kürzlich feierte der Club in Uesslingen/TG sein 30-jährige Bestehen.
Behindertensport Die Idee, eine neue Sektion der Schweizer Paraplegiker-Vereinigung (SPV) zu gründen, hatte Petra Zahn. Sie war 1991 Lernende Physiotherapeutin im Kantonsspital Schaffhausen. Im Raume Winterthur-Schaffhausen und dem angrenzenden Thurgau sollte es einen Rollstuhlclub geben, den 22. in der Schweiz. Club-Präsident Marcel Bodenmann im Interview mit der «Winterthurer Zeitung».
Kürzlich wurde im Club gefeiert. 30 Jahre Rollstuhlclub Winterthur/Schaffhausen. Wie war die Stimmung unter den Teilnehmenden am Jubiläumsfest?
Marcel Bodenmann: Die Stimmung war sehr gut und es war ein gemütliches und schönes Fest. Das Essen war hervorragend und die Unterhaltung mit Lisa Stoll (Alphorn) und dem Wettbewerb kamen sehr gut an.
Sie sind Präsident des Vereins. Wie lange schon und was waren in Ihrer Amtszeit die Höhepunkte?
Ich bin nun acht Jahre Präsident und war vorgängig acht Jahre Sportchef. Ich bin der dritte Präsident in der Club-Geschichte. Einen eigentlichen Höhepunkt gibt es nicht. Ich habe inzwischen einen sehr guten Vorstand an meiner Seite und so macht es einfach Spass als Präsident, den Club zu führen. Vielleicht könnte man das Jubi-Fest zum 30-Jährigen als Höhepunkt nehmen.
Gab es auch Tiefschläge?
Natürlich gibt es immer Tiefschläge. Mein persönlicher Tiefschlag war vor sechs Jahren. Meine Vorgängerin als Präsidentin war überraschend verstorben und im letzten Jahr verstarb unser Vize-Präsident. Das sind meine Tiefschläge.
Sie waren in der Schweizer Paraplegiker-Curling-Nationalmanschaft. Was war der Grund für Ihren Rücktritt?
Nebst dem 60 Prozent-Arbeitspensum ist der ganze Aufwand, um Spitzensport zu betreiben, sehr gross. Ich habe an drei Weltmeisterschaften und einer Paralympic teilgenommen. Jetzt habe ich das Gefühl, dass es genug ist.
Offenbar haben Sie eine andere Sportart entdeckt?
Es ist weiterhin Curling. Das Mixed-Doppel gibt es bei den «Fussgänger» ja schon länger. Nun möchte man es bei uns «Rollys» auch forcieren. Es soll, falls Corona es zulässt, im Februar 2022 die erste WM geben. Der Rollsport Schweiz möchte dann auch mit einem Team vertreten sein. Mitte November sollten Trials stattfinden., die dann als Selektionskriterium für die Teilnahme an der WM gelten. Mit Trix Blauel, die auch lange mit mir zusammen in der Nationalmannschaft gespielt hat, werde ich an diesen Trails mitmachen. Wir versuchen, die WM-Selektion zu schaffen.
Wie viel Aktivmitglieder sind im Verein und welche Sportarten werden betrieben?
Per 31. Dezember 1991 hatten wir 62 Aktiv- und 150 Passiv-Mitglieder. Per 15. August haben wir 108 Aktiv-, 193 Passiv- und 12 Gönner-Mitglieder. Bei uns im Club wird Schwimmen und Badminton angeboten und betrieben. Curling wird extern in Wetzikon betrieben.
Welches sind die weiteren Ziele und Visionen im Verein?
Wir wollen unseren Club weiterhin lebendig gestalten. Auch die Öffentlichkeitsarbeit werden wir noch weiter verbessern. Auch im Hinblick auf die Integration und Mobilität. In der Schweiz sind immer noch nur rund 78 Prozent des ÖV behindertengerecht nutzbar.
Was sind Ihre persönlichen sportlichen Ziele?
Ich möchte die Schweiz in der Disziplin Mixed Doubles Rollstuhl-Curling an der WM vertreten. Und im privaten Bereich möchte ich gesund, selbständig und fit bis ins hohe Alter bleiben. Ebenfalls möchte ich den Norden (Norwegen, Finnland usw.) und Kanada mit einem rolligängigen Wohnmobil bereisen.
Robert Blaser
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