Goldjungs
Cyrill Koller und Ian Hofer holen an der Berufsweltmeisterschaft die Goldmedaille.
Ausblick vom Gamser 1922 in eine unberührte Waldlandschaft. Bild: bildarchiv.winterthur
Das Waldgebiet auf dem Eschenberg ist das grösste in Winterthur. Es birgt ein Stück Geschichte und eine lustige Stadtlegende. Und viel Stoff für Kinderfantasien.
Weihnachtsfiguren Weihnachtsfiguren Zur Weihnachtszeit kommen allerlei Figuren aus dem Wald zu uns in die Stadt: Weihnachtsmänner, Nikolause, Rentiere und Vögelchen, die hin und her fliegen, um die Geschenkwünsche der Kinder zu melden. Aber auch Fledermäuse und Trunkenbolde. In Winterthur ist ihr aller Sitz bestimmt der Eschenberger Wald, das grösste zusammenhängende Waldstück auf Stadtgebiet. Ganz an seinem Ende gibt es einen Vorsprung, der gegenüber der Kyburg ins Tösstal hinausragt. Man nennt ihn den Gamser.
Hier um den Gamser bleibt der Wald sich selbst überlassen und bildet ein Naturschutzgebiet. Der Hang des Gamsers gegen das Tal hin ist so steil, dass die Bäume als Schutzwald dienen und den Boden stabilisieren. 1995 rutschte der Hang an der Ostflanke des Gamsers talwärts. Die Abrissstellen sind bis heute nicht überwachsen. Nirgends auf Stadtgebiet gibt es grössere Schutzwälder als hier über dem Tösstal. Oben auf dem Landvorsprung befindet sich eine historische Stätte. Im Mittelalter stand hier direkt der Kyburg gegenüber eine Feste, die den Wohnsitz der Grafen beschützte. Heute ist von dieser Burg nichts geblieben als Gräben und die im Bild sichtbare flache Stelle. Vielleicht ist hier in der Weihnachts- und Silvesternacht die Sammelstelle aller mystischen Tiere und der Männer in roten Jacken.
Auf der kleinen Ebene auf dem Gamser gibt es heute eine Feuerstelle und einige Sitzbänke. Früher tauchte dort ab und zu ein Streifenwagen auf. Die Polizisten luden dann den einen oder anderen Trunkenbold aus, der in der Stadt randaliert hatte. Er musste daraufhin allein in die Stadt zurückstolpern. Auf dem langen Weg durch den dunklen Wald wurde er meist wieder nüchtern. An manchem Neujahrsmorgen spuckte der grösste Wald der Stadt bleiche müde Männer aus. Das berichtet Jean Pierre Gubler, ehemaliger Redaktor des Landboten.
Nicht im Wald selbst, sondern im Tösstal, das man vom Gamser überblickt, hat der Circolino Pipistrello sein Winterquartier (Seite 11). Pipistrello ist italienisch und heisst Fledermaus. Die Zirkusfledermäuse bleiben den Winter hindurch sesshaft. Erst Ende März fahren sie wieder hinaus auf ihre grosse Zirkustournee. Spätestens im Frühling verliert der Gamser seinen märchen- oder spukhaften Zauber. Dann kommen nur noch eifrige Joggerinnen und brave Spaziergänger aus dem Wald. cf
Christian Felix
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