Goldjungs
Cyrill Koller und Ian Hofer holen an der Berufsweltmeisterschaft die Goldmedaille.
Skalde, gespielt von Mathilde Bundschuh, nimmt sich des Findelkindes an. Bild: Merav Maroody
Die Winterthurer Regisseurin Sophia Bösch präsentiert ihren ersten langen Spielfilm «Milchzähne». Sie freut sich auf die Premiere in ihrer Heimatstadt.
Film Es gibt einen Grenzfluss, dieser darf von den Dorfbewohnern nicht überschritten werden. Auch alles, was von aussen ins Dorf kommt, ist unerwünscht. Die Leute erzählen sich die Geschichte, dass die richtigen, die eigenen Kinder, ihre Milchzähne verlieren. Die eingeschleusten Wolfskinder hingegen, behalten ihre Zähne.
Der Film «Milchzähne» nach dem Debutroman von Helene Bukowski spielt in einer dystopischen Welt, in einer nicht allzu fernen, archaischen Zukunft, wo Technologie nur noch dürftig funktioniert und dafür die strengen Regeln der Dorfgemeinschaft gelten.
«Der Film ist ein düsteres Märchen», sagt die Regisseurin Sophia Bösch bei einem Videogespräch. «Um postindustrielle, urtümliche Landschaft ohne Anzeichen von Zivilisation einzufangen, haben wir in vier deutschen Bundesländern gedreht.»
Bösch ist in Winterthur aufgewachsen und lebt in Berlin. Ihr erstes Filmstudium hat sie in ihrer zweiten Heimat Schweden absolviert. «Meine Abschlussarbeit, ein 30-minütiger Kurzfilm, wurde mit dem Deutschen Kurzfilmpreis ausgezeichnet, dies hat mir Türen geöffnet.» Ihren Masterabschluss in Spielfilmregie hat sie an der Filmuniversität Babelsberg in Potsdam absolviert. Mit ihrem ersten Langspielfilm thematisiert sie unsere Sehnsucht nach Zugehörigkeit und die Angst vor dem Fremden.«Die Angst bringt unsere dunkle Seite zum Vorschein», sagt die Regisseurin.
Im Film ist die junge Skalde als Tochter einer Fremden mit viel Misstrauen konfrontiert. Als ein fremdes Kind im Wald auftaucht, ist es Skalde, die sich des Kindes annimmt.«Wir haben lange nach der idealen Besetzung gesucht», sagt Bösch. «Viele Kinderdarsteller wissen, was sie tun müssen, um herzig auszusehen.»
Bei diesem Film war dies jedoch genau nicht gefragt. «Wir suchten ein Kind, das einen ganz eigenen, unergründlichen Ausdruck hat.»
Schliesslich gab das Video eines E-Castings den Ausschlag für Viola Hinz. Die Darstellerin improvisierte einen Monolog zu einem fiktiven magischen Gegenstand. «Ich hatte Gänsehaut, es war so unheimlich», sagt Bösch. Schliesslich traf sie die Darstellerin. «Viola ist ein kluges Kind und nicht zuletzt eine sehr talentierte Schauspielerin.» Beim Dreh habe sich bestätigt, dass die Wahl richtig war. «Es ist für Kinder nicht einfach, auf Knopfdruck zu performen.» so habe sie sich als Regisseurin mehrere Strategien ausgedacht, um das Kind in die richtige Stimmung für seine Rolle zu bringen. Viola Hinz habe dann aber beim Dreh gesagt: «Ich weiss schon, was ich tue.»
Claudia Naef Binz
«Milchzähne» von Sophia Bösch
12. Juni, 19.30 Uhr im Kino Nische in Anwesenheit der Regisseurin.
Ab Juli läuft der Film im Cameo.
www.kinonische.ch
www.kinocameo.ch
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