Goldjungs
Cyrill Koller und Ian Hofer holen an der Berufsweltmeisterschaft die Goldmedaille.
Hier ist der Grabschmuck noch unversehrt. Bild: zVg
Regelmässig fressen Rehe auf dem Friedhof Rosenberg den Grabschmuck weg. Die Stadt verscheucht die Tiere, will sie aber nicht schiessen.
Letzte Ruhestätte Trauer und Schock sitzen noch tief und sind in der Stimme von Ina Brunner zu hören. Am vergangenen Freitag, 6. Dezember, beerdigte sie ihren 23-jährigen Enkel auf dem Friedhof Rosenberg. Es war eine würdige Feier mit geladenen Gästen und einem liebevoll dekorierten Grab. Blumen und Gestecke im Wert von tausend Franken zierten die letzte Ruhestätte des jungen Mannes. «Es waren über hundert rote Rosen», erinnert sich Brunner im Gespräch. Einen Tag nach der Beerdigung dann der Schock: Als die Familie Brunner das Grab besuchte, war alles verwüstet. «Alles war kaputt, die Rehe haben alles gefressen. Es ist eine Katastrophe», sagt Brunner. Und sie ist damit nicht allein. Sie kennt weitere Personen, denen Rehe den Grabschmuck von Angehörigengräbern gefressen haben. Sie sagt: «Man kennt das Problem mit den Rehen, die Stadt muss etwas unternehmen».
Dort ist das Problem bekannt, wie die städtische Mediensprecherin Regina Speiser auf Anfrage sagt. Stadtgrün, das den Friedhof betreibt, macht die Friedhofnutzenden in den Gesprächen auf das Reh-Problem aufmerksam. Aber: «Den Friedhof vollständig frei von Rehwild zu halten, ist wegen seiner Lage im Wald respektive am Waldrand und den diversen Toren für die Friedhofbesuchenden und für den Unterhalt nicht möglich», sagt Speiser. Die Rehe umgehen den Zaun, der den grössten städtischen Friedhof abschirmt, und finden andere Wege, um sich am Blumenschmuck zu laben. So ducken sie sich etwa unter der Autobarriere beim Parkplatz hindurch oder nehmen die Passanteneingänge.
Die Geschichte der Familie Brunner ist kein Einzelfall. Regelmässig fressen Rehe den Grabschmuck weg. Wie viele Vorfälle es genau sind, kann Speiser nicht sagen. «Die Zahl schwankt je nach Jahreszeit», weiss sie. Stadtgrün stehe zudem in Kontakt mit den zuständigen Stellen und der Jägerschaft. «Stadtgrün sucht nach geeigneten und schonenden Mitteln, um die Anzahl der Rehe auf dem Friedhof auf ein tragbares Mass zu reduzieren», so Speiser. Dabei versuche man, die Rehe gezielt aus dem Friedhof in den benachbarten Wald zu treiben. «Ein Abschuss der Tiere als Ultima Ratio kommt für Stadtgrün vorerst nicht in Frage.»
⋌Sandro Portmann
Ganz respektloses und tierunfreundliches Verhalten der Stadt! Unglaublich, dass man sich an den wunderbaren Tieren stören kann. Normale Menschen freuen sich, wenn sie Rehe sehen und können über ein paar weggefressene Blumen lachen. Ich sorge mich immer mehr über die Grausamkeit der Menschen....
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