Goldjungs
Cyrill Koller und Ian Hofer holen an der Berufsweltmeisterschaft die Goldmedaille.
Kunst ist Nahrung für die Seele. Auch sie muss gefüttert werden, was häufig unterschätzt wird. Gerade als Corona ganze Wirtschaftszweige lahmlegte, gab die Kunst Hoffnung. Ein schönes Beispiel dafür ist ein Kinderbuch. Kennen Sie die Geschichte von Frederick, der Maus aus dem Bilderbuch von Leo Lionni? Sie erzählt von Mäusen, die während des Sommers Vorräte für den Winter anlegten. Nur Frederick sass auf einem Stein und beteiligte sich scheinbar nicht. Von den aufgebrachten Mäusen darauf angesprochen, sagte er: «Aber ich arbeite doch. Ich sammle Sonnenstrahlen für die kalten, dunklen Wintertage.» Auch Farben und Worte für die vielen grauen Wintertage sammelte er. Ganz zum Ärger der anderen Mäuse, die körperlich hart arbeiteten. Der Winter kam und die Mäuse labten sich an den gesammelten Vorräten. Bis die Nüsse und der Weizen zur Neige gingen. Dann war es auf einmal sehr kalt im Bau der Mäuse und niemand wollte sich so recht unterhalten. In dieser trostlosen Situation trat Frederick vor die Mäuse und erzählte von den wärmenden Sonnenstrahlen und malte in die Köpfe der anderen Mäuse bunte Bilder. Ich will nicht sagen, der Winter kommt bald. Aber jetzt ist eine gute Zeit, die Seele mit Sonnenstrahlen zu füllen. Es gibt dafür kaum einen besseren Ort in Winterthur als den Kulturort Weiertal. Der Rundgang durch die achte Biennale, die dort aktuell zum Thema «Common Ground» stattfindet, ist wie eine Woche Ferien. Und das quasi vor der eigenen Haustür. Wann haben Sie zuletzt ihre Seele gefüttert? Bon appétit!
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