Goldjungs
Cyrill Koller und Ian Hofer holen an der Berufsweltmeisterschaft die Goldmedaille.
Das Fakowi, das Narrendorf, ein pulsierendes Guggenzelt und schön dekorierte Beizen verwandeln Winterthur ab
Fasnacht 2025 Am Brückengeländer in Oberwinterthur brachte Fakowi-Präsident Andreas Kappeler am letzten Montag eine von vielen Werbebanderolen an und unterbrach kurz seine Tour für eine Kaffeepause. Die Ruhe vor dem Sturm? Kappeler lacht: «Kurz nach der Fasnacht 2024 begannen wir bereits mit den Vorbereitungen für die Narrenzeit des kommenden Wochenendes. Der Aufwand ist riesig, dies auch, da uns im Komitee zwei, drei Personen fehlen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist ein Grossteil der Vorbereitungsarbeit bereits getan, jetzt geht es um die schweisstreibende Umsetzung.» Wie jedes Jahr opfern die Fakowi-Mitglieder, aber auch alle anderen Organisatoren, involvierten Gastronomen, die Guggenmusikanten, die Bolli-Böögg-Schneider und -Stopfer und viele weitere mehr viel Freizeit und Herzblut, um den Winterthurer Fasnächtlern und Fasnachtsfreunden ein paar unvergessliche, fröhliche Tage zu ermöglichen. «Glückliche kleine und grosse Narren, aber auch die vielen begeisterten Zuschauer an den Umzügen zu sehen, ist der Lohn, wofür wir auch dieses Jahr wieder alles geben werden», sagte Kappeler.
Zumindest einen Job konnte er dieses Jahr anderen überlassen – das Abfüllen von unzähligen Konfetti-Säcken, deren Verkaufserlös zusammen mit jenem der Plaketten das Fakowi gleich wieder in die Infrastruktur, Programmhefte und Events wie eben den Hammenschmaus investiert. «Dieses Jahr hat uns die Brühlgut-Stiftung unter die Arme gegriffen und 1000 Konfettisäcke abgefüllt. Im Gegenzug dürfen die fleissigen Abpacker und Abpackerinnen am Umzug teilnehmen. Diese unkomplizierte Zusammenarbeit freut mich sehr, denn wir wollen unvergessliche Fasnachtstage für alle», so Kappeler.
Verkraften muss die Winterthurer Fasnacht dieses Jahr den Wegfall des einst nicht aus den närrischen Tagen der Stadt wegzudenkenden Restaurants Harmonie. «Kompensieren kann man das Engagement der Zellwegers natürlich nicht, gleichzeitig sind wir aber stolz auf eine Angebotserweiterung. Nach dem Guggenumzug werden die 31 bis 69 Musikanten grossen Guggenmusiken auf zwei zusätzlichen Altstadtbühnen beim Restaurant Kafisatz und beim Rathausdurchgang spielen.»
Das Highlight wird für den Fakowi-Chef und sein Team aber zweifelsohne der Umzug am Sonntag. «Toll ist beispielweise, dass wir unter den 64 Gruppen zwei Luzerner Guggen dabeihaben werden. Überhaupt ist der Austausch mit den Teilnehmenden der Region, der ganzen Schweiz und dem süddeutschen Raum nicht für mich stets eine riesige Motivation. Mit vielen pflegen wir Gegenbesuche und tolle Freundschaften.»
So werden am Freitagabend im Ländlerzelt des Fakowi auf dem Neumarkt die «Dura Hexa» aus Emerkingen (Baden-Württemberg) Bier zapfen und kleine Stärkungen servieren. Andreas Kappeler meinte begeistert: «Obwohl in ihrer Region die Fasnacht einen hohen Stellenwert geniesst, schwärmen sie seit Jahren von der Winterthurer Fasnacht als ihr wichtigstes Vereinswochenende. Sie wollen uns dieses Jahr mit dem Einsatz im Zelt etwas zurückgeben. Das sind die wunderbaren Geschichten, für die es sich immer wieder lohnt, ein so herrliches Fest auf die Beine zu stellen.» ⋌George Stutz
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