Goldjungs
Cyrill Koller und Ian Hofer holen an der Berufsweltmeisterschaft die Goldmedaille.
bildarchiv.winterthur.ch
Vier Männer auf einer Baustelle. Die beiden Herren links führen gestenreich eine Debatte. Die lange, hagere Gestalt rechts steht daneben, als wäre sie auf dem Sprung, um jederzeit handfest in die Diskussion einzugreifen. Die Szene spielt sich auf einer Baustelle ab. Die Sichtbetonwände stehen bereits frei. Die Debatte hat für Winterthur eine weitreichende Bedeutung. Die beiden Gestikulierenden sind links der Frank Krayenbühl und rechts der Künstler Günther Uecker, beide mit Argusaugen verfolgt vom Stadtbaumeister Karl Keller. Die Männer sind daran, das Stadttheater Winterthur zu bauen. Es wird einer der herausragenden Kulturbauten der 1970er Jahre in der Schweiz. Keller wird 1964 als Stadtbaumeister nach Winterthur berufen. Er kämpft sogleich für mehr Denkmalschutz. Seit 1945 waren in der Altstadt ganze Häuserzeilen niedergerissen worden. Bis heute gibt die Altstadt Besuchern das Gefühl, sie wäre im Weltkrieg zu Schaden gekommen. Keller gelingt es nicht nur, den Abriss zu stoppen. Er veranlasst auch die Renovation von prägenden Bauen der Stadt wie des «Waaghauses» und steht Pate bei wichtigen Neubauten. Dass 2015 eine «Allianz starkes Winterthur» das Theater abreissen will, ist eine Ironie der Geschichte.
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