Goldjungs
Cyrill Koller und Ian Hofer holen an der Berufsweltmeisterschaft die Goldmedaille.
Bild: bildarchiv.winterthur.ch
Ein Saal mit edlem Parkett, etwas Stukkatur an der Decke, ein Leuchter, der nicht tief hängt, weil der Raum für einen Hotelsaal nicht gerade hoch ist. Die Menschen auf dem Foto sind kostümiert. Es ist zu vermuten, dass ein Karnevals- oder Maskenball ansteht. Allerdings zeigt sich auf den Gesichtern der fürs Gruppenbild zusammengerückten jungen Leute ein seltsamer Ernst. Auch die Kostüme wirken zurückhaltend – ein paar Matrosen, Mexikaner und Frauen in Karomuster. Die Soirée findet im Saal des Goldenen Löwens am Unteren Graben statt, oder wie man noch in den 1920er Jahren gerne französierte: im Lion d’Or. In diesem feinen Hotel gab es «Poste et Télégraphe» im Hause und einen «Omnibus à la gare». Dieser war entscheidend für das Haus. Es wurde ab 1846 errichtet, damals in der Hoffnung, der Bahnhof Winterthur käme an der Stelle des späteren Technikums zu stehen. Es kam anders. Als das Hotel 1854 fertig gebaut war, stand es am falschen Platz. Umtriebige Wirtsleute und gute Köche schafften es dennoch, das Haus fast hundert Jahre zu halten. Der Lion d’Or war lange Zeit der Treffpunkt der FDP. Partei- und Aktionärsversammlungen schrieben Winterthurer Geschichte, Bälle und andere Verlustigungen unterhielten das Bürgertum.
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