Goldjungs
Cyrill Koller und Ian Hofer holen an der Berufsweltmeisterschaft die Goldmedaille.
Sabine Meisel hat nebst dem Kinderbuch unter anderem auch bereits einen Roman veröffentlicht. Bild: Larissa Jurczek
Sabine Meisel hat in ihrem Leben schon viel geschrieben. Nun kann sie auch ein Kinderbuch zu ihren Veröffentlichungen zählen.
Schreiben Ihr sieben Monate alter Enkel kann zwar noch nicht lesen, doch Sabine Meisel hat für ihn bereits ein Kinderbuch geschrieben. «Faulina – Die Geschichte einer kleinen anderen Ameise» ist ein quadratisches Pappbilderbuch mit Aquarellzeichnungen der Illustratorin Gudrun Haas. Das Buch ist unter anderem im Kunsthaus Zürich, im Kunstmuseum Winterthur, bei Bücher Lüthy Winterthur und Werkplatz Winterthur zu beziehen, Orell Füssli führt es ebenfalls im Sortiment. Die Idee für die Geschichte, die von Freundschaft und vom Anderssein handelt, begleitete Meisel schon länger. «Während der Pandemie, als man gemerkt hat, wie fragil das Leben ist und wie schnell alles vorbei sein könnte, habe ich mir dann gesagt: So, jetzt mache ich das für den Kleinen!»
Sabine Meisel schreibt schon ihr Leben lang. Bereits als Kind verfasste sie in ihrem Baumhaus Gedichte. «Was man als Kind macht, ist das, was der ureigene Kern ist.» Meisel wuchs in der deutschen Stadt Hanau auf. Mit dem Abitur in der Tasche machte sie eine Ausbildung zur diplomierten Krankenschwester und studierte anschliessend Germanistik und Psychologie in Freiburg im Breisgau. Doch nach der bestandenen Zwischenprüfung brach sie ihr Studium ab, da es sie nicht in die von ihr angestrebte Richtung brachte – nämlich Menschen zum Schreiben zu motivieren. Mit 41 Jahren, nach der «Familienphase», studierte sie Soziale Arbeit und machte sich fünf Jahre später mit ihrem neuen Beruf auf in ein neues Land – in die Schweiz. In Winterthur lebt sie seit 2009, seit bald drei Jahren ist sie offiziell Winterthurerin.
2009 startete sie auch ihr Masterstudium in Biografischem und Kreativem Schreiben in Berlin. Durch das Studium kam sie zur Schauspielerei; sie schreibt Stücke, welche sie selber aufführt, für das Schuhtheater. Auch die Idee für die Geschichte über «Faulina» kam ihr während des Studiums, als sie etwas zum Thema Ameisen schreiben musste. «Zuerst dachte ich: So etwas Blödes, damit kenne ich mich überhaupt nicht aus.» Doch dann, als sie zum Thema recherchierte, habe es plötzlich «Klick» gemacht: «Ich las etwas über die Symbiose der Ameise mit der Blattlaus und da wusste ich: Da ist sie, die Geschichte.» Veröffentlicht hat die Autorin nebst dem Kinderbuch auch einen Roman. Dieser spielt in Winterthur und es wird ihn bald als Hörbuch geben: «Der Tag wird langsam» hat die ausgebildete Sprecherin gemeinsam mit der in der Eulachstadt ansässigen Speech Academy Schweiz produziert.
Weiter ist sie als Simulationspatientin tätig, schreibt regelmässig eine Glosse für das Magazin des Zürcher Kunsthauses, führt für die Krebsliga sowie für das Kunstmuseum Schreib-Workshops durch und ist ehrenamtliche Mentorin beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum Winterthur. Und sie arbeitet für das Winterthurer Architekturbüro Zettelwerk, wo sie für das Personal zuständig ist.
Für manche mögen all die vielen Projekte chaotisch wirken, sagt Sabine Meisel, und doch gebe es «einen roten Faden», der sich durch alles zieht: die Menschen. Kleinere Menschen konnte sie schon letzten Dezember mit ihrem Kinderbuch glücklich machen – die Kinder der Kunden des Architekturbüros Zettelwerk. «Das war einmal ein etwas anderes Weihnachtsgeschenk für die Kundschaft.» Larissa Jurczek
Weitere Informationen:
Sabine Meisel verschenkt je ein Exemplar ihres Buches an die ersten zehn Kindergärten, Spielgruppen und Kitas, die sich bei ihr melden: sabine.meisel@zettelwerk.ch
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