Goldjungs
Cyrill Koller und Ian Hofer holen an der Berufsweltmeisterschaft die Goldmedaille.
Städtische Bauarbeiter mauern die Stolpersteine in der Marktgasse ein. Bild: cf
Mitten in Winterthur lebten drei Frauen, die später in
Gedenken Am Mittwoch, 31. August, bekamen drei Stolpersteine einen Platz an der Marktgasse 45. Sie erinnern an Therese Levitus und ihre Töchter Lina und Bertha Weidler. Die drei Frauen fanden 1942/43 den Tod in Auschwitz und Theresienstadt. Stolpersteine sind Messingplatten mit Namen und Lebensdaten von Holocaustopfern. Weltweit gibt es bereits 95 000 davon.
Zürich, Dezember 2020. An fünf verschiedenen Orten werden Stolpersteine verlegt. Der Winterthurer Historiker Miguel Garcia wird in jenem Dezember neugierig. Es gibt Opferlisten, wie jene von Jad Vashem, der Holocaust-Gedenk- und Dokumentationsstätte in Jerusalem. Und tatsächlich: Drei Namen aus Winterthur befinden sich unter den unendlichen Opferzahlen. Garcia gelangt zunächst an die Israelitische Gemeinde in Winterthur. «Die meisten Jüdinnen oder Juden unterstützen die Idee der Stolpersteine, aber eben nicht alle», sagt Garcia.
Garcia selbst ist nicht jüdisch. Er interessiert sich jedoch als Historiker für «Public History», das heisst für Monumente, Denkmäler und andere Formen der Erinnerung im öffentlichen Raum. «Dass wir die Stolpersteine setzen, ist zudem ein Zeichen gegen jede Art von Diskriminierung», sagt Garcia: «Das ist mir nicht nur als Historiker wichtig, sondern auch einfach als Bürger.» Als die jüdische Gemeinschaft in Winterthur Garcias Idee unterstützt, wendet er sich an den Stadtrat. Auch hier stösst der Historiker auf offene Türen. Die Stadt erwirbt die Stolpersteine und baut sie in den Belag der Marktgasse ein.
Zur Verlegung der Stolpersteine gab es eine kleine Gedenkfeier. Die Politik war durch Stadtpräsident Mike Künzle und Regierungsrätin Jacqueline Fehr vertreten. Der für Winterthur zuständige Rabbiner Kurt Nordmann wies darauf hin, dass die Nazis ihre Opfer aus der Geschichte löschen wollten. Das sei zum Glück nicht gelungen. Gerade die Stolpersteine bewahren die Namen der Opfer. In der Thora und im Alten Testament steht: «Einen ewigen Namen gebe ich ihnen, der niemals getilgt wird.» (Jesaja 56.5)
Christian Felix
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