Goldjungs
Cyrill Koller und Ian Hofer holen an der Berufsweltmeisterschaft die Goldmedaille.
Sibylle surft
Dass man sich von Depressionen bis zu einem Beinbruch alles einfangen kann, wenn man zu viel, zu lang oder im falschen Moment online ist, wurde hier ja bereits thematisiert. Um fair zu bleiben, möchte ich heute auch mal einen positiven Aspekt meines digital Native-Daseins hervorheben – und der ist sogar körper- UND geistübergreifend positiv!
Kurzer Rückblick: Noch vor dem grossen Lockdown packte mich (wieder einmal) der sportliche Ehrgeiz. Diese Phase dauert bei mir erfahrungsgemäss ein paar Wochen. Dann gewinnt der innere Sauhund wieder die Oberhand und befördert mich zurück aufs Sofa oder sonst wohin, wo ich garantiert nicht ins Schwitzen komme. Erst einmal aber startete ich voller Elan meine zweite Pilates-Karriere. Neues Studio gleich ums Eck, tolles Training, beste Voraussetzungen also. Und dann? Bähm! Virus, Pandemie, alles gefährlich, Abstand, Hygiene, am besten zuhause bleiben. Und so hätte mein sportliches Bio-Hoch diesmal noch vor Ablauf der Motivationsphase bereits wieder beendet sein können. Ich aber liess die einmalige Gelegenheit, das Training per sofort mit einem wirklich guten Grund an der Nagel hängen zu dürfen, verstreichen. Während andere jammernd alleine zuhause mit einem vollen Kühlschrank langsam auf Gummizug-Hosen umsattelten, startete ich nämlich meine Online-Sportlerkarriere. Meine Zoom-Meetings gingen so: Hoch in den Estrich, Mätteli ausrollen, Compi hochfahren und schon war meine Trainerin und alle andere Mitsportler live bei mir daheim.
Plötzlich wurden aus «ein paar Wochen Sport» tatsächlich Monate des regelmässigen Trainings. Der Lockdown ist inzwischen Geschichte, das Online-Angebot besteht zum Glück weiter. Und so wird trotz Krankschreibung wegen Beinbruchs auch diesmal nix aus süssem Nichtstun – denn für mein geliebtes Training humple ich inzwischen gerne auf meinen Krücken bis ins Dachgeschoss.
Text und Bild: Sibylle Ambs
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