Goldjungs
Cyrill Koller und Ian Hofer holen an der Berufsweltmeisterschaft die Goldmedaille.
In diesen Tagen haben mich drei Meldungen hellhörig gemacht. Sie zeigen, wie wir uns täglich selbst vergiften und scheinbar nichts aus der Geschichte lernen. In St. Gallen wurde in Fleisch, Milch und Eier sogenannte PFAS nachgewiesen, eine Industriechemikalie aus den 70er-Jahren. Dank ihrer fett- und wasserabweisenden Fähigkeit ist die synthetische Verbindung auch heute noch sehr beliebt. Sie befindet sich in Pfannenbeschichtungen, Regenjacken oder in Kosmetik. Die Kehrseite der Medaille: Die toxische Chemikalie baut sich kaum ab und reichert sich in der Umwelt an. PFAS haben deshalb den Spitznamen «Ewige Chemikalie». Das rächt sich nun. Die Schweizer Böden sind voll von dieser Chemikalie. Nach den Untersuchungen in St. Gallen dürfen fünf Bauernbetriebe ihr Rindfleisch nicht mehr verkaufen. Würden wir heute anders mit giftigen Stoffen umgehen, jetzt, da wir um die Auswirkungen wissen? Nein, befürchte ich. Denn – und da sind wir bei der zweiten Nachricht – Bundesrat Albert Rösti will den Bau von neuen Atomkraftwerken wieder erlauben. Dies, nachdem die Stimmbevölkerung 2017 mit gutem Grund den Atomausstieg beschlossen hat. Kernkraftwerke sind nicht umweltverträglich, so lange giftiger Abfall entsteht, den wir scheinbar sicher im Boden verstecken. Der Boden sollte unser heiligstes Gut sein, denn er ernährt uns. Wir sollten mehr Sorge zu ihm tragen. Haben wir also nichts gelernt? Und beim Lernen sind wir schon bei der dritten giftigen Erkenntnis. Sozialen Medien wie Instagram, Tiktok und Co. halten unsere Kinder als Geiseln, wie der australische Premierminister Anthony Albanese sagte. Er will die Kinder befreien und ihnen ihre Kindheit zurückgeben. Er will sie auf Spielplätzen spielen sehen, statt am Bildschirm. Für die Nutzung Sozialer Medien will Australien ein Mindestalter einführen. Wenn ich auch hier auf Spielplätzen beobachte, wie viele Kinder hypnotisiert auf ihr Handy schauen, gebe ich ihm recht. Klar, Paracelsus sagte bereits: «Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, dass ein Ding kein Gift sei.» Da frage ich mich: Ist diese Dosis erreicht?
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