Goldjungs
Cyrill Koller und Ian Hofer holen an der Berufsweltmeisterschaft die Goldmedaille.
Das Stück «Hundeherz» dreht sich um den Verlust eines Hundes und den Umgang damit. Bild: pd
Am Freitag, 1. Oktober, startet das Winterthurer Figurentheater mit einer geistreichen Eigenproduktion in die neue und reichhaltige Saison.
Figuren Volpone ist ein steinreicher Geschäftsmann, der zwar über ein riesiges Vermögen, aber über keine Nachkommen verfügt. Seine alten Freunde Corvino, Corbaccio und Voltore sind vordergründig angesehene Persönlichkeiten, was sie aber nicht von dubiosen Machenschaften im Hintergrund abhält, wenn es ihrem persönlichen Vorteil dient. Diese Tatsache nutzt Volpone aus und stellt sich sterbenskrank. Gierig beschenken die drei Bittsteller den schauspielenden Volpone, jeder in der Hoffnung, nach dessen baldigem Ableben Alleinerbe zu werden.
Mit dieser Geschichte startet das Figurentheater Winterthur am Freitag, 1. Oktober, mit einer Eigenproduktion in die neue Saison. Das Figurenspiel «Volpone» wird vom hauseigenen Ensemble gespielt und stammt aus der Feder des englischen Dramatikers Ben Jonson. Geschrieben hat er es 1606. Es basiert auf alten Fabeln. Das Figurentheater Winterthur setzt im Stück Figuren auf unerwartete Weise ein. Ein Live-Musiker und drei Figuren-Schauspielende zeigen auf der schachbrettartigen Bühne ein humorvolles Intrigenspiel, eine kleine raffinierte Gaunerei, frei nach der Vorlage – und aktualisieren das Thema des Stücks in seiner Zeitlosigkeit. Das Stück läuft bis zum 3. Oktober. Die Regisseurin Ursula Bienz ist auch gleichzeitig die Leiterin des Figurentheater Winterthur. «Nach der langen Sommerpause freut es uns unheimlich, endlich wieder Gäste zu empfangen», sagt Bienz. Sie und ihr Team sind gespannt, wie die Saison nach der schwierigen Zeit anläuft. «Wir sind mit Herzblut dabei und blicken zaghaft optimistisch in die Zukunft und unserem vielfältigen Programm entgegen.»
Zwischen dem 6. und 13. Oktober zeigt das Figurentheater an mehreren Tagen «Heidi». Der Klassiker von Johanna Spyri wird frei interpretiert von Sven Mathiasen, der ein regelmässiger Gast im Figurentheater Winterthur ist. Mathiasen erzählt und spielt die bekannte Geschichte neu mit geschnitzten Figuren und Objekten.
Auf «Heidi» folgt dann das Figurenspiel für die Kleinsten: Das Theater «Minimum» findet am 7. und am 8. Oktober statt und richtet sich an Gäste ab drei Jahren. Am 27. Oktober wird unter dem Titel «Hei, die Blätter fallen wieder» ein Geschichten-Workshop unter Leitung von Ursula Bienz durchgeführt. «Danach präsentieren wir mit dem Stück «Hundeherz» eine eher schräge Geschichte, die im Abendprogramm läuft und sich an Erwachsene richtet.» «Hundeherz, Versuch einer Wiederbelebung», wird am 29. und 30. Oktober gezeigt und dreht sich um eine Frau, die für alle immer «die mit dem Hund» war – doch jetzt fehlt der Hund. Das Publikum begleitet die Frau auf eine persönliche Reise ins Innere des Hundeherzens, das doch kein anderes ist als das eigene. Die Frau durchstreift diese Räume und stösst dabei – wie könnte es anders sein – auf die ganze Welt.
Mit dem Stück «So ein Fest!» folgt dann wieder ein Programm für Kinder: Eichhörnchen, Bär, Igel und Hase planen eine Feier und merken bei der Vorbereitung, wie unterschiedlich die jeweiligen Ansprüche ans Fest sind. Dieses witzige, freudvolle Stück wird mehrmals zwischen dem 3. und 10. November gezeigt. Und auch der Ausblick aufs weitere Programm, ist vielversprechend. «Mit dem Stück konnten wir ein sehr begehrtes Figurentheater nach Winterthur holen», sagt Bienz. Das anspruchsvolle Stück erzählt die wahre Geschichte von Friedrich Zawrel, der im faschistischen Österreich als Kind in eine Krankenanstalt kommt und dort vom Anstaltsarzt als «erbbiologisch und sozial minderwertig» eingestuft und zu medizinischen Versuchszwecken missbraucht wird. Das Stück «Cinema in Silhouette» kommt im Gegenzug herzerfrischend und leicht daher, denn dabei trifft britische Stand-Up-Comedy auf Schattentheater. «Wir haben ein Programm mit grosser Bandbreite zusammengestellt, das Stücke für Menschen jeder Altersklasse bereithält», sagt Bienz. Kathrin Reimann
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