Goldjungs
Cyrill Koller und Ian Hofer holen an der Berufsweltmeisterschaft die Goldmedaille.
Immer wieder werden Fälle von illegalem Welpen-Handel bekannt. Die Welpen sind häufig zu jung, geschwächt und nicht geimpft, meist auch unzureichend sozialisiert. Das Auftreten von Krankheiten und Verhaltensstörungen ist die Folge.
Region Viele Menschen scheinen Schnäppchen zu lieben, auch wenn es sich dabei um lebende Tiere handelt. So können Welpen per Internet bestellt werden. «Mit einer solchen Hundebestellung und einem solchen Hundekauf unterstützt man den grausamen Welpenhandel», sagt Susy Utzinger von der Stiftung Tierschutz in Kollbrunn. «Diese Billighunde werden auf erbarmungslose Art und Weise vermehrt, unter schrecklichen Umständen gehalten, viel zu früh von den Muttertieren getrennt und es ist kaum bezifferbar, wie viele Tiere dabei qualvoll zugrunde gehen», bilanziert Susy Utzinger. «Ein Tier muss man kennen lernen. Über das Internet funktioniert dies nicht.» Gemäss der Tierschützerin muss man eine Beziehung zwischen Hund und Mensch aufbauen. «Der Charakter und die Chemie muss zwischen Hund und Meister stimmen.»
Beim illegalen Handel mit Welpen wird bei Aufzucht, Handel und Transport der Tiere gegen die Anforderungen des Tierschutz- und/oder des Tiergesundheitsrechts verstossen. Dies betrifft oft Importe aus dem Ausland. Die Dunkelziffer beim illegalen Welpenhandel ist hoch. Keinesfalls soll eine Welpe aus Mitleid gekauft werden.
Margaret Reichler (Prof.Dr.med.vet.) vom Tierspital Zürich: «Anbei die Geschichte von einem unserer aus dem Welpenhandel stammenden kranken Welpen, die wir seit Andauern der Pandemie deutlich häufiger als Notfall eingeliefert bekommen. Die meisten leiden unter Parasitenbefall verursachten Magen-Darmerkrankungen, die bei erwachsenen Hunden in der Regel nicht kritisch sind, bei so jungen Hunden aber unbehandelt sehr schnell zum Tod führen können. Bei Intensiv-Behandlungen überleben betroffene Hunde in der Regel, die Kosten der Behandlung sind jedoch hoch, da die Behandlungen extrem zeitintensiv sind und meist auch Transfusionen erfordern.»
Frau B. aus S. (Name der Redaktion bekannt) hat – zusammen mit ihrer Tochter – übers Internet bei einem Hundehändler im Ausland einen Zwergspitzwelpen für den Kaufpreis von 3600 Euro erworben. Bereits zuvor war sie war sie auf einen Welpenhändler reingefallen, als sie eine Anzahlung von 800 Franken geleistet hatte.. Der Verkäufer wollte dann nochmals Geld für eine Flugbox, daraufhin kam ihr das Ganze seltsam vor. Sie ist dann vom Verkauf zurückgetreten. Das angezahlte Geld bekam diese Frau nie zurück. Im darauffolgenden Fall ist sie auf «luxpomm» gestossen und sie war sich sicher, dass sie einen Hund aus guter deutscher Zucht kaufte. Nach der geleisteten Anzahlung und den Restbetrag in bar (total 3600 Euro) fand die Übergabe in Thayngen statt. Die Frau hat den Welpen nicht verzollt, war sich dessen angeblich auch nicht bewusst, wurde ihr vom Verkäufer auch nicht gesagt. Frau B. bezahlte Zollgebühren von 300 Euro und zusätzlich eine Strafe über 600 Euro.
Der Welpe soll von Anfang an kränklich und schwach gewesen sein. Der Gesundheitszustand des Welpen verschlechterte sich zunehmends (Erbrechen, Durchfall, Apathie, Zittern, Futterverweigerung). Frau B. nahm deshalb mehrmals über «whatsapp» Kontakt mit dem vermeintlichen Züchter auf. Dieser riet dringend davon ab, den Welpen ins Tierspital Zürich zu bringen. Nach der Untersuchung im Tierspital (Unterzuckerung, Dehydration, Erbrechen und Durchfall)riet der Züchter dringend dazu, den Welpen vom Tierspital Zürich abzuholen, da die Erkrankung immer tödlich sei. Doch Frau B. hatte aber von Anfang an kommuniziert, dass sie die Behandlungskosten nicht bezahlen kann, auch bei Ratenzahlung.
«Ich habe ihr dann zusätzlich eine private Sponsorin organisiert, die auch eine Klage gegen den Händler in Deutschland erhoben hat», sagt Margaret Reichler vom Tierspital Zürich. «Snoopy wurde sechs Tage nach Aufnahme im Notfall und Intensivbetreuung auf der Intensivstation aus dem Tierspital entlassen und zu diesem Zeitpunkt hat er wieder selbst gefressen. Aber für Frau B. war es ein warnendes Happyend und meinte nur «Stoppt den grausamen Welpenhandel».
Von Robert Blaser
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