Goldjungs
Cyrill Koller und Ian Hofer holen an der Berufsweltmeisterschaft die Goldmedaille.
Vor über 20 Jahren übernahm sie das Amt als Präsidentin. Heute blickt Werren auf eine erfolgreiche Zeit zurück. Die Bären bekam sie jedoch nicht.
Tiere «Ich war im Tierpark Langenberg und habe den Wölfen zugesehen. Da habe ich gewusst, dass wir im Wildpark Bruderhaus auch Wölfe brauchen», sagt Ruth Werren. Daraufhin habe sie in der Stadtplanung gesehen, dass für den Wildpark ein Wolfsgehege vorgesehen ist. Die Präsidentin sammelte Spenden und vor 15 Jahren kamen dann auch die ersten Wölfe an. Vor wenigen Wochen sind zwei neue Wölfe eingezogen, Tara und Romulus – Letzterem gab sie den Namen.
Werren sprudelt voller Begeisterung mit Geschichten über die Tiere im Bruderhaus. Zu jedem hat sie ein Sammelsurium an Wissen bereit. Im nächsten Jahr macht Werren aber Platz. Seit 22 Jahren ist sie Präsidentin des Wildparkvereins Bruderhaus. Dieser unterstützt die Besitzerin des Wildparks, die Stadt Winterthur. Wer ihre Funktion übernimmt? «Das kann ich nicht sagen. Wir haben aber Leute, die dafür in Frage kommen», so Werren.
Bevor Werren als Präsidentin ihre Ideen einbrachte, lebten im Wildpark acht Tierarten mit insgesamt 70 Tieren. Darunter auch Arten wie die Dam- und Sikahirsche, die es heute nicht mehr im Wildpark gibt. Heute umfasst der Park elf Tierarten – Luchs, Mufflon, Przewalskipferde, Rothirsch, Wildschwein, Wisent, Wolf, Bankivahuhn, Dunkle Europäische Biene, Ringelnatter und Zauneidechse. Für ein Wolfsgehege und diverse Erweiterungen sammelte die heute 83-Jährige rund 900 000 Franken. Gut die Hälfte benötigte sie für das Wolfsgehege.
Eigentlich wollte Werren auch Bären im Wildpark haben. Deshalb hat sie beim Stadtrat einen entsprechenden Antrag gestellt. Es hätten sogenannte Tanzbären sein sollen – Bären, die zuvor von Menschen dressiert wurden, damit sie tanzähnliche Bewegungen ausführten. Vom Stadtrat Stefan Fritschi erhielt Werren damals die Absage. «Vermutlich wollte die Stadt die traumatisierten Bären nicht, da wir für sie Tierpsychologen benötigt hätten. Ich kann die Entscheidung immer noch nicht verstehen. Mit den Bären hätten im Wildpark alle drei Landraubtiere – der Bär, Wolf und Luchs – gezeigt werden können, die einst in diesem Land lebten», so Werren.
Erfreulicher ist die Geschichte der Przewalskipferde – eine Art von wilden Pferden, die nicht beritten werden können. Sie lebten in der Mongolei, bis sie von der dort lebenden Bevölkerung ausgerottet wurden. Im Wildpark Bruderhaus nahm man diese Art von Pferden zuvor auf. Mittlerweile wilderte eine Organisation 15 Przewalskipferde aus dem Wildpark wieder in der Mongolei aus. Das Überleben dieser Tierart ist dadurch noch nicht gerettet. Allerdings kam man dem Ziel dadurch einen Schritt näher.
Ruth Werren, geboren im Jahr 1939, ist auf einem Bauernhof in Wülflingen aufgewachsen. Dort unterstützte sie ihre Familie bei der täglichen Arbeit. Werren: «Ich war schon früh bei den Kühen und habe ihnen zugesehen. Oder bei den Hühnern, wenn sie ihre Eier legten und laut gackerten.» Bis heute lässt sich Werren von ihren tierischen Beobachtungen überraschen. «Einem Tier zuzusehen, das fasziniert mich. Es ist nicht der Jö-Effekt, mich interessiert das Leben eines Tieres.»
Gearbeitet hat Werren im kaufmännischen Bereich und im Verkauf. Sie war bei Hauenstein, in einer Zoohandlung und bei Coop. Später liess sie sich zur Freiwilligenhelferin im Zoo Zürich ausbilden. Die 83-Jährige investierte ihre Zeit in den beruflichen Werdegang. Für 23 Jahre war Werren für die FDP im Stadtparlament Winterthur. Im Alter von 62 Jahren ging sie dann in Pension. Zeitgleich wurde sie im Jahr 2001 für die Leitung des Wildparkvereins Bruderhaus angefragt. Seitdem machte Werren jährlich gegen 60 Führungen im Wildpark. «Ich wollte den Menschen Wissen vermitteln und deren Naturverständnis fördern.»
Schon bald vergrössert sich der Wildpark. Das Geld für ein Nerzgehege steht bereit. Die Stadt kümmert sich nun um die Planung und den Bau. Der Europäische Nerz gehört zu einer Marderart. Er ist vom Aussterben bedroht. In der Schweiz ist er bereits heute nicht mehr anzutreffen.
Jan Gubser
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