Goldjungs
Cyrill Koller und Ian Hofer holen an der Berufsweltmeisterschaft die Goldmedaille.
Mitten im urbanen Trendquartier von Winterthur: Zur Entwicklung des Sulzerareals gibt es auch eine Stadtführung.
21 Stadtführer zeigen Winterthur von einer anderen Seite. Dafür wurde das Stadtmarketing nun ausgezeichnet. Jetzt wird nach neuen Stadtführern gesucht.
Kultur Fast dreissig Stadtführungen gibt es in der Stadt und Region Winterthur. Sie behandeln die Geschichte der Industriestadt, den Kolonialismus oder das Stadtklima. Im Gespräch mit der «Winterthurer Zeitung» erklärt Markus Gilgen, Tourismuschef bei House of Winterthur, was neue Stadtführerinnen und Stadtführer brauchen und welche Stadtführung jede Winterthurerin und jeder Winterthurer gesehen haben muss.
Das House of Winterthur sucht neue Stadtführerinnen und Stadtführer. Ist das Angebot an Führungen so gewachsen oder warum der Ausbau?
Markus Gilgen: Das Angebot an Stadtführungen ist gleich geblieben. Da uns in naher Zukunft altersbedingt einige Stadtführerinnen und Stadtführer verlassen werden, suchen wir nach Nachwuchs. Damit können wir einen reibungslosen Übergang gewährleisten, Engpässe beseitigen und das Know-how sicherstellen. Aktuell haben wir 21 Stadtführerinnen und Stadtführer. Ideal wären acht neue Personen.
Was muss man als Stadtführer, als Stadtführerin mitbringen?
Es braucht nicht viel: Begeisterung und Liebe zur Stadt Winterthur und ihrer Geschichte. Zudem ist auch Freude und Kompetenz im Umgang mit Menschen wichtig. Wir wollen den Gast so nehmen, wie er ist und Gastfreundschaft leben.
Braucht es eine Ausbildung?
Wir bieten einen Lehrgang an, bei dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Teil der Kosten selbst bezahlen. Der Lehrgang dauert ein halbes Jahr und damit wären sie für die Sommerführungen in der Stadt einsatzbereit.
An wen richten sich die Stadtführungen: an Auswärtige oder an Einheimische?
An alle Interessierten aus Nah und Fern. Auch Einheimische erfahren auf jeden Fall etwas Neues. Jemandem, der noch nie in Winterthur war, würde ich die Altstadt-Führung empfehlen. Man lernt, was wo ist und lernt etwas über die Geschichte der Stadt. Die Stadtführungen gibts in den Sprachen Deutsch, Italienisch, Spanisch und Englisch.
Welche Stadtführung muss jede Winterthurerin und jeder Winterthurer gesehen haben?
Das ist die Altstadt-Führung oder Sulzer-Areal-Führung. Es ist sehr faszinierend zu sehen, wie Sulzer die Stadt mitgeformt hat. Man lernt, wie es dazu gekommen ist, dass das Areal heute so schön ist.
Was ist Ihre persönliche Lieblingsführung?
Die Sulzer-Areal-Führung ist mein Highlight.
2013 gab es 502 Stadtführungen, 2019 bereits 734. Wurde die Tausender-Marke mittlerweile geknackt?
So wie es aussieht, bleiben wir darunter, aber wir jagen auch nicht Rekorden hinterher. Aktuell sind wir bei rund 630 Führungen pro Jahr. Dass es weniger sind als 2019 ist zurückzuführen auf die pausierte Eulach-Führung. Sie ist sehr beliebt und bietet ein Indiana-Jones-Feeling, wenn die Teilnehmenden mit einer Taschenlampe durch die Kanäle streifen. Wegen der Baustelle können wir die Eulach-Führung aktuell nicht anbieten. Wir stehen im Kontakt mit dem Kanton und werden die Führung so bald wie möglich wieder fortführen.
Was gibt es noch zu sagen? Sie haben das letzte Wort.
Wir freuen uns sehr, dass wir kürzlich mit dem Travelers' Choice Awards Best of the Best 2025 von Tripadvisor ausgezeichnet wurden. Weniger als ein Prozent der weltweit 8 Millionen Angebote erhält diese Auszeichnung. Und natürlich möchte ich auf die Nachtwächterführung hinweisen, die ab Oktober um 21 Uhr durch die dunklen und stillen Seiten der Stadt führt. In der Dunkelheit bietet die Stadt ein völlig neues Erlebnis
Interview: Sandro Portmann
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