Goldjungs
Cyrill Koller und Ian Hofer holen an der Berufsweltmeisterschaft die Goldmedaille.
Luschka Schnederle im «gefährlichen» Teil vom Museum Schaffen. Bild: kar
Ob Pubquiz, Kriztel- oder Spieleabend vor dem Cheminée: Das Museum Schaffen lockt mit untypischen Veranstaltungen, die aber dennoch in Bezug zur Ausstellung stehen.
Winterthur Bereits seit Anfang Jahr hat das Museum Schaffen einen neuen fixen Standort mitten auf dem Lagerplatz in Winterthur. Die ehemalige Brockihalle wurde mit viel Herzblut umgebaut und eingerichtet. «Wir hatten dabei viel Hilfe vom Historischen Verein, von Freiwilligen und die Bar habe ich von Hand selber gestrichen», sagt Luschka Schnederle, die seit März als Leiterin Betrieb und Bar fungiert. Mit dem Ergebnis ist das Museum-Schaffen-Team sehr zufrieden. «Es ist ein schöner Ort und wirklich cool geworden. Hier bleiben wir!» Und dieser schöne Raum soll auch möglichst oft mit der Öffentlichkeit geteilt werden. Aktuell mit zwei Ausstellungen. Die eine befasst sich damit, wie Covid-19 eine globalisierte, verflochtene und extrem arbeitsteilige Welt trifft. Die andere Ausstellung ist eine historische Auslegeordnung im Kontext der industriellen Revolutionen. «Beide Ausstellungen sind sehr interaktiv. Unsere Besuchenden hinterlassen Notizen, korrigieren hinterlassene Notizen und teilen ihre Gedanken zur Arbeitswelt mit anderen Gästen», sagt Schnederle. Viele junge Menschen, Jugendliche oder Menschen aus der Arbeitsintegration besuchen die Ausstellungen, um sich mit dem Thema Arbeiten und Bestimmungsfindung auseinanderzusetzen. Aber auch viele spontane Besucherinnen und Besucher schauen im Museum Schaffen rein, um von ihren Erinnerungen zu erzählen, als sie auf dem Gelände des Lagerplatzes arbeiteten oder eine Lehre absolvierten. «Wir freuen uns über jeden Besuch, aber wir wollen die Räume auch noch auf vielfältigere Weise teilen.» Daher finden neuerdings verschiedene museumsuntypische Veranstaltungen statt. Wie heute Donnerstagabends ein Pubquiz. «Wir wünschen uns, dass unsere Gäste sich ein Getränk von der Bar holen und mit Freunden und Fremden rätseln», so Schnederle. Dem Gewinner-Team winkt ein Überraschungspreis. Die Fragen drehen sich rund um Arbeit und Freizeit in Vergangenheit und Gegenwart. «Wer unsere Ausstellungen kennt, ist sicher im Vorteil.»
Eine Woche darauf, am Donnerstagabend, 21. Oktober, findet dann ein Drink & Draw im Museum Schaffen statt. Auch hier geht es darum, denn Feierabend gemeinsam mit einem Getränk und dem Zeichenblock ausklingen zu lassen. «Wir richten uns dabei keinesfalls nur an Profis, sondern an alle, die gerne zeichnen und kritzeln und sich dabei von einer Gemeinschaft animieren oder inspirieren lassen wollen», sagt Schnederle. Den Bezug zur Ausstellung zieht die Historikerin insofern, als Freizeit einen Teil der Arbeitswelt ausmacht. «Und historisch gesehen war Freizeit auch nicht unbedingt gegeben.» Umso mehr sollte man sie zelebrieren. Möglicherweise bei der dritten Veranstaltung im Museum Schaffen: Am Donnerstagabend, 28. Oktober, findet vor dem prasselnden Feuer des museumseigenen Cheminées ein Spieleabend mit. «Unsere Gäste bringen lediglich ihre Lieblingsspiele, Finken und vielleicht auch Mitspielende mit, für Getränke, Atmosphäre und weitere Spiele sorgen wir.» Das Museum öffnet aber auch für Workshops, Lesungen oder Barbetrieb. Vor einer Woche wurde das Museum beispielsweise zu Feierabend geöffnet. «Viele Leute haben während unserer Öffnungszeit keine Zeit für einen Besuch – das wollten wir ändern.» Der Anlass kam gut an: Rund XX Personen besuchten gemäss Schnederle den Anlass.
Das Museum Schaffen bietet aber noch mehr Möglichkeiten: Wer einen Museumseintritt löst, kann nicht nur viel übers Arbeiten erfahren, sondern gleich den Co-Workspace-Bereich nutzen und sich beim Arbeiten vom industriellen Flair inspirieren lassen. Einen Stock über diesem befindet sich der – gemäss Schnederle – gefährliche Bereich: Hier laden eine Hängematte und ein Sessel zum Ruhen und sich dabei die Eindrücke der Ausstellung nochmals zu vergegenwärtigen oder einfach, um die Freizeit zu zelebrieren.
Weitere Informationen:
Museum Schaffen Das Museum Schaffen ist ein modernes historisches Museum in Winterthur und wird vom Historischen Verein Winterthur (HVW) getragen. Es rückt den Menschen als Schaffenden in den Mittelpunkt und widmet sich dem Thema Arbeit in Geschichte, Gegenwart und Zukunft. Dabei setzt es auf die Teilhabe der Bevölkerung sowie auf unterschiedliche Kooperationen. Von 2017 bis 2020 gastierte das Museum Schaffen in verschiedenen Zwischennutzungen in der Lokstadt (ehemaliges Sulzer-Areal).
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