Goldjungs
Cyrill Koller und Ian Hofer holen an der Berufsweltmeisterschaft die Goldmedaille.
Die Führungen des Vereins Kehrseite machen die dunklen Kapitel der Stadt sichtbar. Bild: Raimond Lüppken
Rassismus macht auch vor
Stadtführung Auf Initiative des Fachbereichs soziale Stadtentwicklung lancierte der Verein Kehrseite Winterthur 2022 im Rahmen der «Aktionstage für Respekt und Vielfalt» erstmals eine Spezialführung mit dem Titel «Rassismus in Winterthur – Geschichte und Gegenwart». Wie der Verein mitteilt, wird diese nun regelmässig als öffentliche oder private Führung angeboten.
«Auch wenn man Rassismus und rassistische Diskriminierung gerne als ein Problem der anderen betrachtet und nicht im unmittelbaren Umfeld ahnt, machen sie natürlich auch vor Winterthur nicht halt», heisst es in einer Mitteilung des Vereins Kehrseite. Zeitungsberichte aus jüngster Vergangenheit über die rechtsradikale «Eisenjugend», die Diskussionen um die «Hitler-Eiche» oder das «Haus zum Mohren», aber auch Aktionen der «Black Lives Matter»-Bewegung oder die Bestrebungen, Stolpersteine zu verlegen, zeugen davon. «Ziel der Führung ist es, einen Beitrag zur Sensibilisierung und Bekämpfung von Rassismus und rassistischer Diskriminierung zu leisten», sagt Miguel Garcia vom Verein Kehrseite. Zu dieser Aufklärungsarbeit gehört das Aufzeigen von rassistischen Phänomenen in Vergangenheit und Gegenwart.
«Der Blick in die Geschichte soll das Bewusstsein für die Wurzeln und Funktionsweisen des Rassismus fördern. Der heutige Rassismus hat eine lange Vorgeschichte in der Vergangenheit unserer Stadt», so der Historiker Garcia. Sie zieht sich von Völkerschauen aus der Kolonialzeit über nationalsozialistische Bewegungen in den 1930er-Jahren und die «Überfremdungs»-Bewegung im Nachkriegsboom bis zu Neonazi-Bewegungen der 90er-Jahre.
Der Verein Kehrseite Winterthur bietet seit 2014 Rundgänge zu Themen an, welche die Stadt Winterthur von ihrer weniger schönen Seite zeigen. Der Verein versteht sich als komplementäres Angebot zu den bestehenden touristischen Stadtführungen. Der Rundgang wird durch die Fachstelle soziale Stadtentwicklung unterstützt und steht allen Interessierten (kostenlos) offen. pd/spo
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