Goldjungs
Cyrill Koller und Ian Hofer holen an der Berufsweltmeisterschaft die Goldmedaille.
Am Obertor-Markt warb Taschenbörse-Organisatorin Sylvia Hirschle (l.) vergangenen Samstag zusammen mit ihren Soroptimist-Kolleginnen Esther Gabathuler (M.) und Marlène Isler für den kommenden Anlass. Foto: Michael Hotz
Über 2000 Handtaschen werden diesen Samstag zu günstigen Preisen verkauft. Mit der Taschenbörse sammelt der Soroptimist International Club Winterthur Geld, das Projekten für Frauen und Mädchen zugute kommt.
Winterthur Schon vor dem Anlass ist die Dankbarkeit riesig. «Gemeinsam mit der Stadt Winterthur und mit Ladengeschäften in und um Winterthur sowie Sponsoren setzt der Soroptimist International Club Winterthur, der auch das 50-Jahr-Jubiläum feiert, Zeichen», sagt Sylvia Hirschle. Sie ist OK-Präsidentin der vom Winterthurer Club organisierten Taschenbörse, die kommenden Samstag in der Reithalle und auf deren Vorplatz durchgeführt wird. Die weltweit grösste Serviceclub-Organisation berufstätiger Frauen feiert in diesem Jahr auch das 100-jährige Bestehen.
Für den Wohltätigkeitsanlass kann Hirschle, die früher mit einer Eventagentur selbständig war, eben auf viel Wohlwollen zählen. Dem Club wurden über 2000 Handtaschen gespendet. 35 Geschäfte warben im Laden für die Börse, zuzüglich 16 dienten auch als Annahmestellen für die gespendeten Taschen. Um die schiere Menge irgendwo aufbewahren zu können, stellte der Zivilschutz zwei Lagerräume zur Verfügung. Denn die Reithalle wird bis morgen Freitag noch vom Militär gebraucht. «Das wird wohl noch eine Nachtübung», sagt Hirschle und lacht. Die Halle werde nämlich noch speziell für die Taschenbörse dekoriert.
Um 10 Uhr am Samstag muss alles bereit sein, dann beginnt die Börse. Aufgrund des Schutzkonzeptes sind maximal 85 Personen gemeinsam in der Reithalle zugelassen. Die Handtaschen verkaufen die Soroptimistinnen für 10 bis 80 Franken. Beim Reinigen der Taschen stiessen sie auf einige Fundstücke. «Wir fanden alte Briefe und Fotos. In einer Tasche waren gar noch 250 Franken in bar», erzählt die OK-Präsidentin. Aber auch Zigarettenstummel und Tampons seien zum Vorschein gekommen. «Mit dem Kauf einer Tasche erwirbt man sich auch ein Stück Geschichte», so Hirschle.
Ein Höhepunkt der Taschenbörse ist die Versteigerung um 13 Uhr. Dann werden Taschen von Persönlichkeiten und hiesigen Designerinnen an die höchstbietende Person verkauft. Es gibt Modelle von Griesbach und «franCa» aus Winterthur und von «0714» aus Frauenfeld sowie eine Kindertasche mit Buch von «Cwirbelwind» aus Wiesendangen. Je eine ihrer Handtaschen gespendet haben die Bundesrätin Viola Amherd, die selber Soroptimistin ist, sowie die Winterthurer Regierungsrätin Jacqueline Fehr, Bettina Stefanini und Karin Künzle, die Frau von «Stapi» Michael Künzle. Stadtammann Oliver Pfitzenmeyer leitet die Versteigerung als Gantrufer.
Das Geld, das der Winterthurer Soroptimist-Club am Anlass einnimmt, geht an drei Projekte. Ein Teil des Erlöses geht an den Meitlitreff des Jugendtreffs Gutschick. Unterstützt wird zudem die Nachbetreuung von Frauen und Kindern nach einem Aufenthalt im Frauenhaus Winterthur. «Das Projekt ist neu und ist auf Spenden angewiesen», sagt Hirschle dazu. Zuletzt profitiert auch die von ihr geleitete Myanmar-Hilfe, mit der die Schulbildung von Kindern und Jugendlichen, speziell die Bildung von Mädchen, in der Region des Irawadi-Deltas gefördert wird. «Wegen der aktuellen Situation bleibt das Geld im Moment beim Club», betont Hirschle. Letzten Februar putschte sich das myanmarische Militär an die Macht.
Mit Blick auf den anstehenden Event bedankt sich nochmals für die grosse Unterstützung, die sie bei der Organisation der Taschenbörse erhalten hat: «In dieser Zeit zählt das Mit- und Füreinander.»
Michael Hotz
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