Goldjungs
Cyrill Koller und Ian Hofer holen an der Berufsweltmeisterschaft die Goldmedaille.
Ramona Früh ist Initiantin und Leiterin der Literaturserie Lauschig. Bild: Claudia Naef Binz
Es braucht keine eigene Villa mit Park, um sich in noblem Ambiente in den Liegestuhl zu setzen. Dies lässt sich bei einer Lauschig-Lesung geniessen.
Literatur Der Treffpunkt für das Gespräch mit Ramona Früh, Initiantin und Leiterin des der Literatur-Reihe Lauschig, ist im Hof der Stadtbibliothek, einer der Orte, wo auch die Kurzlesungen stattfinden.
Früh kramt einige Postkarten aus ihrer Tasche hervor, darauf abgebildet sind idyllische Pärke, wie derjenige der Villa Jakobsbrunnen oder der Rosengarten Winterthur. «Hier finden unsere Lesungen statt», sagt sie.
Auf die Idee kam Früh vor über zehn Jahren. Nach dem Studium von Journalismus und Musikwissenschaft, mittlerweile als Kulturmanagerin tätig, entstand der Wunsch, ein eigenes Projekt auf die Beine zu stellen. «Es war mir klar, dass es im Bereich der Musik bereits viele gute Angebote gab.» Da die Literatur ihre zweite Leidenschaft war, wagte sie sich an eine neue Form von Lesungen. Früh hat nicht nur die Geschäftsleitung inne, sondern ist auch als Intendantin für den Inhalt der Reihe verantwortlich.
«Lauschig vereint Literatur und Natur, musikalisch begleitet, zu einem Gesamterlebnis», steht auf der Webseite unter der Rubrik «Vision» zu lesen. «Ich wollte wegkommen von den klassischen Wasserglas-Lesungen.» Gemeint sind die Lesungen, bei denen Autoren vor einem Wasserglas sitzend, aus ihrem Buch zitieren. Stattdessen hat Früh sich aufgemacht, Pärke für die Lesungen zu erschliessen. «Wir haben die Literatur in die Natur gebracht.» Erst kürzlich fand eine Lesung als Waldspaziergang statt, ein Biologe lieferte Hintergrundinfos.
Die «Silent reading raves» sind ebenfalls eine neuere Form. Hier kommen Leute zusammen, um in stiller Umgebung ein Buch zu lesen. «Vor allem jüngere Leute nutzen diese Treffen», sagt Früh. «Hier finden sie einen Ort, in der sie ohne Ablenkung – das Handy bleibt in der Tasche – zur Ruhe kommen.» Die Anlässe werden durch den gleichnamigen Verein mit Sitz in Zürich organisiert.
Das diesjährige Programm von Lauschig weist bekannte Namen auf wie Adolf Muschg, Pedro Lenz oder Barbara Bleisch. «Je länger, je mehr gelingt es, grosse Namen zu präsentieren.» Dies bedeute aber auch einen gewissen Erfolgsdruck, um den Erwartungen des Publikums gerecht zu werden.
Jedoch bereits im ersten Jahr sei es ihr gelungen, den Winterthurer Peter Stamm und die deutsche Autorin Ingrid Noll zu gewinnen.
Wenn sie die hypothetische Wahl hätte, einen verstorbenen Schweizer Schriftsteller einzuladen, für wen würde sie sich entscheiden? Früh zögert. «Am ehesten Max Frisch, auch Peter Bichsel wäre eine gute Wahl.»
Ambitionen, selbst als Buchautorin tätig zu werden, hat Früh keine. «Ich lese lieber Bücher, als welche zu schreiben. Und nach einer leichten Sommerlektüre gefragt, antwortet sie: «Das Buch ‹Für Polina› von Takis Würger erzählt eine wunderbare Geschichte».
Claudia Naef Binz
Lauschig mit vorgängiger Parkführung: Donnerstag, 17. Juli, 19.30 Uhr,
Ticket erforderlich. Weitere Anlässe:
www.lauschig.ch
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