Goldjungs
Cyrill Koller und Ian Hofer holen an der Berufsweltmeisterschaft die Goldmedaille.
Sacha von der cCone
Der Auslandwinterthurer Sacha von der Crone führt seit knapp einem Jahr eine Olivenfarm im südafrikanischen Montagu. Wohl ist sein Lebensmittel produzierender Olijvenhof vom Lockdown ausgeschlossen, trotzdem bekommt auch er die zunehmend noch schwierigere Lage im Land zu spüren.
Montagu (Südafrika) Rund fünf Jahre lebt Sacha von der Crone mit seiner Partnerin Barbara Bensegger in Südafrika. Nach vier Jahren als Gastgeber einer Lodge, wechselten die beiden Winterthurer letztes Jahr das Metier und führen seither den Olijvenhof. Sie seien gut angekommen und hätten auch die erste Ernte trotz Corona bestens eingebracht, da Lebensmittelproduzenten nicht vom Lockdown betroffen seien, so von der Crone: «So gesehen, hatten wir eine normale Ernte.» Obwohl in Südafrika der Lockdown nun bereits seit 100 Tagen andauert, sind in der Gemeinde Montagu erst seit kurzem Coronafälle bekannt. «Innerhalb von zwei Wochen hatten wir aber 40 Infizierte. Einmal wurde in dem Zusammenhang der Supermarkt über Nacht komplett desinfiziert, ein paar Tage eine Tankstelle und kürzlich wurde eine Bäckerei geschlossen», sagt von der Crone. Dass das Virus andernorts im Land jedoch grassiert, der Tourismus völlig zusammengebrochen und deshalb sehr viele arbeitslos sind, was wiederum zu noch grösserer Armut und Hunger führt, liest Sacha von der Crone in erster Linie in den Medien. «Dass wir bis anhin eigentlich nur vom Verkaufsverbot für Zigaretten betroffen sind, ist unser Glück», sagt er.
Letztere seien nur noch unter der Hand und vor allem in kleinen, von Schwarzen geführten Läden erhältlich, kosten jedoch bis zum Dreifachen des herkömmlichen Preises. Dennoch, die schwierige Lage, in der sich Südafrika befindet, dürfte in der jetzt herrschenden Winterzeit auch den Olijvenhof einholen, zumal das Verkaufen der Olivenöle und -Spezialitäten im Moment kaum möglich ist. Viele Läden, Restaurants und auch Wochenend-Märkte sind geschlossen oder nur stark reduziert geöffnet. Und obwohl ein Absatz in der Schweiz immer wieder in den Überlegungen der beiden Auswanderer mitspielt, bleibt der Sinn fraglich, wie von der Crone meint: «Da wir mittlerweile komplett auf Biodiversität umgestellt haben, erscheint es nicht passend, das Öl in Richtung Schweiz zu verschiffen.»
Auch sie selbst werden in nächster Zeit ihren Hof nicht in Richtung Winterthur verlassen, da sodann die Quarantäne drohen würde. «Im Moment haben wir alles und fühlen uns nicht sehr eingeschränkt, obwohl wir gerne wieder mal fein essen gehen oder uns beim Coiffeur einen flotten Haarschnitt verpassen lassen würden.»
Auch Aufstände im Zusammenhang mit Rassismus vermögen Sacha von der Crone und Barbara Bensegger nicht zu vertreiben. «In einem Land mit dieser Geschichte ist Rassismus ein fast tägliches Thema. Proteste gab und gibt es hier nicht pimär wie zuletzt in der Schweiz aufgrund von Übergriffen gegenüber Schwarzen, sondern, weil etwa Essenpakete nicht am richtigen Ort ankommen oder die staatlichen Rettungspakete irgendwo in den Taschen korrupter Politiker verschwinden. Oder weil die Menschen extrem Hunger leiden, weil sie keinen Job mehr haben», sagt von der Crone. Letzterem versucht er zumindest in Montagu entgegenzuwirken: «Auch wenn wir nur zur Haupterntezeit einige Arbeiter anstellen können, so leisten wir auch unseren Teil, dass hier in der ländlichen Gegend alle zu fairen Bedingungen genug zum Leben haben.» Für Südafrika hofft er, dass die Coronakrise bald vorbei sein wird, der Tourismus wieder Arbeit ins Land bringt und der Aufschwung auch politische Veränderungen zum Wohle der Bevölkerung mit sich bringen wird.
George Stutz
Mehr über den Olijvenhof: www.sanbasa.com
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