Goldjungs
Cyrill Koller und Ian Hofer holen an der Berufsweltmeisterschaft die Goldmedaille.
Die Albani-Crew ist von der riesigen Solidarität überwältigt. Foto: Screenshot Video
157’000 Franken in 36 Stunden: Die Rettungsaktion des Albanis kommt an – und wie. Die Solidarität der Bevölkerung ist riesig, das Albani-Team überwältigt. Und zuversichtlich, das Finanzierungsziel von 500’000 Franken zu erreichen.
In 36 Stunden hat das Albani 157’000 Franken gesammelt. Hättet ihr damit gerechnet? Was löst diese Summe für ein Gefühl bei der Albani-Crew aus?
Olivia Staub: Mittlerweile sind wir ja schon bei einer Viertelmillion Franken (Stand Freitag Mittag) – das übertrifft alle unsere Erwartungen. Wir sind völlig überwältigt von der riesigen Solidarität. Sie zeigt einmal mehr: Der Zusammenhalt in dieser Stadt ist riesig. Das ist wahnsinnig berührend und wir sind unendlich dankbar.
Hand aufs Herz: Ist das Ziel von einer halben Million machbar?
Zugegeben: Bevor das Crowdfunding losging, hatten wir einige schlaflose Nächte. Jetzt, wo wir die Hälfte des Betrags in weniger als drei Tagen geschafft haben, wagen wir aber langsam zu glauben, dass die halbe Million machbar ist. Sehr zuversichtlich stimmt uns auch, dass die Unterstützung wirklich wahnsinnig breit gefächert ist. Nach dem grossen Knall am Anfang ist es jetzt aber wichtig, dranzubleiben. Das werden wir tun!
Wie viel wird durchschnittlich gespendet?
Das ändert sich immer wieder ein bisschen. Stand Freitag haben 1300 Menschen insgesamt 250’000 Franken gespendet – im Schnitt also knapp 200 Franken pro Person. Auch diese Zahl: absolut unglaublich. An dieser Stelle ist es uns wichtig zu sagen, dass wir für jeden Franken dankbar sind, genauso wie für die nichtmonetäre Unterstützung. Viele Menschen erzählen ihren Bekannten vom Crowdfunding oder teilen es auf den sozialen Medien. Einige haben angeboten, für uns flyern zu gehen oder sind mit Ideen für Spendenaktionen auf uns zugekommen. Es scheint, als würde jeder und jede innerhalb seiner Möglichkeiten versuchen, zu helfen – das ist wunderschön.
Welches ist der grösste Betrag, den das Albani bisher erhalten hat?
Das wissen wir nicht. Eine Liste mit den genauen Spendenbeträgen erhalten wir erst, wenn wir das Crowdfunding erfolgreich abgeschlossen haben. Es sind aber schon vier «Mercis» für 7500 Franken weg.
Gibt es einen Plan B, falls das Ziel nicht erreicht wird?
Da gibt es zwei Varianten: Wenn wir weniger als 300’000 Franken (Finanzierungsschwelle) erreichen, dann wird das Geld direkt von der Raiffeisen Bank an die Spendenden zurückbezahlt und wir erhalten nichts. Dann ist auch das Rennen für den Hauskauf gelaufen; wir nehmen unser Vorkaufsrecht nicht wahr und die Liegenschaft wird an die Immobiliengesellschaft aus Schwyz verkauft. Bei über 300’000 Franken müssen wir für den Hauskauf zinslose Darlehen aufnehmen, die wir die nächsten Jahre zurückzahlen. Wenn wir die halbe Million knacken, können wir das Haus ohne Darlehen kaufen – entsprechend einfacher kommen wir über die nächsten Jahre.
Der Tagesbetrieb im Albani läuft normal weiter. Ist die Aktion bei den Gästen ein Thema?
Ja, das Crowdfunding ist ein grosses Thema. Auch hier sind die Reaktionen glücklicherweise durchwegs positiv. Wir glauben, das liegt daran, dass das Albani den Menschen wirklich viel bedeutet. Viele haben hier ihren ersten Ausgang gefeiert, ihre Lieblingsband gesehen, schöne Zeiten mit Freundinnen und Freunden verbracht, ihre grosse Liebe kennengelernt oder sind über Herzschmerz hinweggekommen. Es gibt tausende wunderschöne Geschichten und Erinnerungen, die sich in diesem Haus zugetragen haben.
Von Ramona Kobe
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