Goldjungs
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Pfarrer Dr. Benignus Ogbunanwata arbeitet seit 14 Jahren in der Katholischen Kirche St. Pirminius in Pfungen. gae
Für den Pfarrer der der Katholischen Kirche in Pfungen Dr. Benignus Ogbunanwata ist Weihnachten eine intensive Zeit. Er feiert und engagiert sich wohltätig sowohl in Pfungen wie auch in seiner Heimat in Nigeria.
Pfungen Vorausgesetzt der Corona-Test ist negativ – Am 27. Dezember geht sein Flieger in die Heimat: Der pfungemer Pfarrer Dr. Benignus Ogbunanwata reist direkt nach den Feiertagen in seine Heimatstadt Akatta in Nigeria. Er erzählt über die kulturellen Unterschiede der Weihnachtsfeiern und sein wohltätiges Engagement in beiden Heimatorten.
Sie fliegen nicht nur für Weihnachten nach Nigeria?
Pfarrer Dr. Benignus Ogbunanwata: Nein, ich habe ein Projekt in Nigeria, in meiner Heimatstadt Akatta. Da haben wir ein Waisenhaus gebaut und schauen, dass die Kinder Berufe wie Maurer oder Maler erlernen können. Ich gehe dahin, um zu schauen, wie weit das Projekt schon ist. Das ist eine Herzensangelegenheit. Die Kirche hier in Pfungen unterstützt das Projekt.
Was ist für Sie das Schönste an Weihnachten?
Für mich ist es das Wiedersehen in Nigeria. Es ist unbeschreiblich daheim. In einem Land, wo Gemeinschaft eine solch grosse Rolle spielt, Leute nach einem Jahr wiederzusehen, ist etwas Grossartiges. Aber auch unser Projekt in der Pfarrei Pfungen hier. Wir haben Spenden gesammelt, um Geschenke für Kinder aus finanziell schwachen Familien kaufen zu können. Wenn ich dann sehe, wie die Kinderaugen funkeln und wie ihre Familien Freude haben, doch etwas feiern zu können: Das ist für mich Weihnachten.
Wie feiert man denn in Nigeria Weihnachten?
Am 25. Dezember feiert man mit der Familie. Nachher wird von Dorf zu Dorf gereist. Man geht von einem Fest zu dem nächsten. Es ist, als würde man am 26. In Pfungen feiern, am 27. In Neftenbach und so weiter. In den Dörfern ist es jeweils sehr lebendig. Es feiert nicht jede Familie für sich, es ist keine private Angelegenheit wie in der Schweiz. Ich will das nicht abwerten, es sind einfach zwei Welten. Geschenke sind in Nigeria auch sekundär. Es ist irgendwie nicht vergleichbar mit der Schweiz.
Diese Weihnachten ist aber doch etwas anders mit Corona?
Wenn auch Corona in Nigeria nicht so ausgeprägt ist wie in der Schweiz, dürfte diese Weihnachten schon etwas problematischer werden.
Wie schwierig ist Weihnachten in der Schweiz als Pfarrer für Sie?
Coronavirus hat uns gelernt, flexibel zu sein. Ich als Afrikaner komme gut zurecht. Ich bin nicht immer genau verplant. Man muss immer Platz lassen für Eventualitäten. Wir haben auch Angst, wenn es um Gottesdienste geht. Nicht, dass jemand infiziert zur Predigt kommt und andere ansteckt. Oder das ich selber nicht zum Superspreader werde. Wir sind aber froh, dass wir mit 50 Leuten feiern können. Beim ersten Lockdown war das noch anders. Wir vermissen dennoch einige Sachen: Das gemeinsame Singen oder eine gewisse Freude. Es ist eine sehr bedrückte Stimmung, das merkt man überall.
Freuen Sie sich trotzdem auf Weihnachten?
Ja, denn die Botschaft von Weihnachten ist sehr schön und passt gut in die aktuelle Zeit. Das Volk von Jesaja, das im Dunkeln lebte und mit der Geburt Jesu wieder ein helles Licht sah. Diese Geschichte ist sehr aufbauend. Das Volk Israels hatte eine Krise wie wir jetzt. Und eine Botschaft wie diese geben sehr viel Kraft.
Von Gaël Riesen
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