Goldjungs
Cyrill Koller und Ian Hofer holen an der Berufsweltmeisterschaft die Goldmedaille.
Das alte Schulhaus der Freien Schule an der Museumstrasse.
Nach der Gründung des Schweizer Bundesstaats 1848 entstand ein nicht religiöses Schulsystem. Damit waren kirchliche Kreise unzufrieden.
Bildung Einflussreiche, kirchlich engagierte Winterthurer aus Politik und Wirtschaft gründeten 1873 die Freie Schule Winterthur. Sie startete mit sechs Erstklässlern. Die Gründer waren unzufrieden mit den staatlichen Schulen. Die moderne Schweiz war 1848 als laizistischer, das heisst als nicht-religiöser, Staat entstanden. Wohl gehörten damals praktisch alle Bewohner des Landes entweder der reformierten oder der katholischen Kirche an. Beide Körperschaften erhielten als «Landeskirchen» gewisse Privilegien, die bis heute wirksam sind.
Die Bildung jedoch war Sache des liberal geprägten Bundes sowie der Kantone. Die religiöse Erziehung gehörte nicht zum Schulstoff. Als Reaktion darauf entstanden konfessionelle Schulen. In katholischen Gebieten waren das oft Internate, während es in den reformierten Städten die evangelischen Freien Schulen gab. In den Statuten der Freien Schule Winterthur ist festgehalten: «[Es]... besteht in Winterthur unter dem Namen ‹Freie Schule› eine Anstalt, welche bei gewissenhafter Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen an die... Volksschule eine christliche Erziehung anstrebt.»
Die «Freischi», wie sie im Volksmund bald hiess, wuchs und erhielt 1889 ein eigenes Schulhaus in der Museumstrasse. Das Gebäude gehörte zunächst der Evangelischen Gesellschaft Zürich. 1909 hatte die Freie Schule genügend Mittel, das Schulhaus zu kaufen. Ein grosser Umbruch kam erst in den 1950er-Jahren. Die religiöse Bindung der Bevölkerung liess nach und damit sank die Zahl der Primarschüler an der «Freischi». Doch inzwischen bot die Schule etwas Neues an: ein Zwischenjahr vor dem Übertritt aus der Primarschule in die Sekundarschule. In diesem Jahr konnten Schülerinnen und Schüler Sicherheit und Reife gewinnen, um damit die anspruchsvollere höhere Stufe zu bewältigen. Was lag nun näher, als dass die Schüler aus dem Zwischenjahr in die Sekundarklassen der Freien Schule übertraten. Ab 1960 baute sie die Sekundarstufe auf. Die Freie Schule unterrichtete nun ältere Schüler und Schülerinnen als zuvor. Ihre Stärke lag zunehmend in der pädagogischen Kompetenz, weniger in der religiösen Bildung.
Mit dem erneuten Erfolg kam die Platznot. Es war eine glückliche Fügung, dass die Schule genau dort stand, wo das Stadttheater entstehen sollte. Die Stadt tauschte Land ab, und die Freie Schule konnte ein neues Schulhaus im Frohbergpark bauen.
Christian Felix
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